Protest in Cottbus: Sorge um Lausitz bei Gaskraftwerks-Plänen
In Cottbus wächst die Unruhe: Angestellte des Energieunternehmens Leag äußern Bedenken hinsichtlich der Standortstrategie für neue Gaskraftwerke. Der Konzernbetriebsrat rechnet zur heutigen Betriebsversammlung im Stadion mit rund 1.500 Teilnehmern; der Protest richtet sich gegen den vermeintlichen geografischen Nachteil gegenüber Süddeutschland. Auslöser der Sorge ist die Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), einen "Südbonus" einzuführen, der Projekte im Süden des Landes bevorzugt. Die Aussicht auf eine solche Regelung lässt in der Lausitz die Alarmglocken schrillen.
Neben dem Management der Leag wird auch Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, an der Versammlung teilnehmen. Im Hintergrund steht der Plan, bis zu 20 Gigawatt an Kraftwerkskapazität in Deutschland anzustoßen, wobei zwei Drittel der ausgeschriebenen Kapazität im Süden angesiedelt werden sollen. Reiche betonte dies in Bayern, was in der Lausitz für erhebliche Unruhe sorgt.
Adolf Roesch, Vorstandsvorsitzender der Leag, hatte bereits im Februar betont, dass die Leag bereit steht, um mit dem Kraftwerksbau zu beginnen. Die geplanten Gaskraftwerke sollen flexible Energielösungen bieten und bei "Dunkelflauten" einspringen, um den Bedarf durch erneuerbare Energien zu decken. Damit dies Realität wird, fehlt noch die Zustimmung der EU-Kommission für die staatlich geförderten Projekte.

