Professional Ship Simulator: Trailer zeigt realistische Schiffssysteme, echte Häfen und dynamisches Wetter
Wer schon immer wissen wollte, wie es sich anfühlt, einen vollbeladenen LNG-Tanker durch die Straße von Dover zu manövrieren oder mit einem Schlepper in einem engen Hafenbecken zu rangieren, bekommt bald die Gelegenheit dazu. Professional Ship Simulator, das neue Simulationsprojekt von Aerosoft und SWE Systems, hat sich mit einem brandneuen Gameplay-Trailer in Erinnerung gerufen – und der zeigt unmissverständlich, dass dieser Titel mit Arcade-Spielchen herzlich wenig am Hut hat. Was genau hinter diesem maritimen Großprojekt steckt, lohnt sich in Ruhe zu betrachten.
Von NauticXP zu einem ernsthaften Simulationsanspruch
Früher unter dem Namen NauticXP bekannt, tritt Professional Ship Simulator nun mit einer deutlich erweiterten Vision an. Hinter dem neuen Namen steckt ein klares Bekenntnis: Authentizität vor Zugänglichkeit, Tiefe vor Unterhaltungswert im klassischen Sinne. Das Herzstück des Ganzen ist ein fortschrittliches hydrodynamisches Simulationsmodell, das Schiffe nicht einfach über das Wasser gleiten lässt, sondern sie Wind, Wellen, Strömungen, Ufereffekten und dem Propellerdrehmoment aussetzt. Schiffe reagieren dynamisch auf ihre Umgebung – wer zu schnell in einen engen Hafen einfährt oder den Seitenwind unterschätzt, merkt das unmittelbar. Für Simulationsbegeisterte, die schon immer auf eine ernstzunehmende Alternative in der maritimen Welt gewartet haben, klingt das nach einer vielversprechenden Aussicht.
Echte Systeme, echte Häfen, echte Herausforderungen
Der Detailgrad, den Professional Ship Simulator anstrebt, ist bemerkenswert. Vollständig interaktive Cockpits, über 100 konfigurierbare Tasten und Unterstützung für spezialisierte Simulationshardware sprechen eine deutliche Sprache. An Bord werden Radar mit AIS und CPA-Tracking, Sonar, Energiemanagement und Funkkommunikation vollständig simuliert. Die Spielwelt basiert auf realen Daten und umfasst derzeit detaillierte Seegebiete rund um die Insel Rügen sowie die Straße von Dover, inklusive tausender authentischer Seezeichen und über 40 Häfen. Dynamische Wettersysteme und dichter KI-Verkehr sorgen dafür, dass keine zwei Fahrten identisch verlaufen. Wechselnde Seegangsbedingungen greifen direkt in Manöverentscheidungen ein – ruhige See und Sturm fühlen sich am Steuer spürbar anders an.
Eine Flotte für jeden Einsatz
Die spielbare Flotte deckt ein breites Spektrum ab: vom Fischtrawler über ein Rettungsschiff und einen Schlepper bis hin zu echten Schwergewichten wie einem Containerschiff, einem Massengutfrachter, einem LNG-Tanker und einem Kreuzfahrtschiff. Strukturierte Missionen und ein freier Sandkastenmodus ermöglichen Frachttransport, Offshore-Logistik, Schleppoperationen, Rettungsmissionen und Fähraufgaben. Aerosoft, bislang vor allem für Luftfahrt- und Transporttitel bekannt, wagt mit Professional Ship Simulator seinen ersten gezielten Schritt in die maritime Simulation – in Zusammenarbeit mit dem technisch versierten Team von SWE Systems eine durchaus interessante Partnerschaft.
Modding, Early Access und der Blick nach vorne
Professional Ship Simulator soll noch 2026 im Early Access auf Steam für den PC erscheinen. Bereits zum Start werden NMEA- und GPX-Daten externe Integration und individuelle Navigationserlebnisse ermöglichen. Im weiteren Verlauf der Early-Access-Phase sind umfangreiche Modding-Werkzeuge geplant: eigene Hafenumgebungen erstellen, Schiffe entwerfen und maßgeschneiderte Szenarien bauen – all das soll mithilfe integrierter Editoren möglich werden. Für eine Gemeinschaft, die Simulationen nicht nur spielen, sondern mitgestalten möchte, ist das ein gewichtiges Versprechen. Ein konkreter Preis für den Early-Access-Start ist noch nicht bekannt, wer das Projekt im Blick behalten möchte, kann den Titel bereits jetzt auf Steam auf die Wunschliste setzen.

