Probealarm in Deutschland: Neue Technologien und Herausforderungen im Warnsystem
Der heutige bundesweite Probealarm des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe markiert einen Meilenstein in der Erprobung moderner Warntechnologien. Erstmals wird die Automatic Safety Alert (ASA)-Technologie getestet, die in neu erhältlichen Digitalradios integriert ist. Diese innovative Technologie hat den entscheidenden Vorteil, bei Ausfall von Mobilfunknetzen und Internet weiterhin Warnungen auszusenden. Sobald eine Warnung initiiert wird, aktiviert sich das Gerät aus dem Standby-Modus, wodurch die Verbreitung der Nachricht sichergestellt wird.
Der Test wird von der Arbeitsgemeinschaft Netze durchgeführt, die Probewarnungen an DAB+-fähige Geräte sendet. Diese AG ist eine Kooperation des Vereins Digitalradio Deutschland, der ARD, Deutschlandradio sowie DAB+-Geräteherstellern und privaten Sendeunternehmen in Partnerschaft mit dem BBK.
Am Warntag, der zum fünften Mal stattfindet, werden verschiedene Warnsysteme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene geprüft. Hierzu zählen Sirenen und Cell-Broadcast-Mitteilungen an qualifizierte Mobilgeräte sowie Warn-Apps wie Katwarn und NINA. Während beim Ausbau der Sireneninfrastruktur noch Herausforderungen bestehen, hat der Bund seit 2021 bereits 88 Millionen Euro zur Förderung bereitgestellt. Ein weiteres, unbefristetes Förderprogramm wurde 2023 gestartet, dessen Budget jährlich bestimmt wird.
Eine Veröffentlichung des BBK zeigt jedoch, dass bis 2029 kein flächendeckendes Sirenennetz erwartet wird, das den Anforderungen des Zivilschutzes genügt. Die Förderung deckt nicht alle benötigten Ressourcen ab, insbesondere nicht für den notwendigen Austausch elektromechanischer Sirenen, die bei Stromausfall versagen, durch elektronische Varianten. Diese Umstellung würde laut Bundesregierung circa 500 Millionen Euro kosten.
Obwohl moderne Sirenen potenziell größere Bereiche abdecken können, wird derzeit geprüft, wie viele Standorte tatsächlich benötigt werden. Der Bund konzentriert sich dabei auf den Schutz der Zivilbevölkerung im Fall von Spannungen oder Verteidigungsnotwendigkeiten, während der Katastrophenschutz Ländersache bleibt. Der Grünen-Abgeordnete Leon Eckert fordert klare Zielsetzungen von Innenminister Alexander Dobrindt, um die steigenden Mittel effektiv und zielgerichtet einzusetzen.

