[Preview] TrackMania Turbo
TrackMania: Strecken-Wahnsinn. Ich glaube es gibt kaum ein Wort, welches dieses Spiel besser beschreibt, als der Titel an sich. Vielen von euch dürfte dieses Preview eher als Update dienen, denn von TrackMania haben die Entwickler mit dem jüngsten Teil der Serie mittlerweile neun rasante Titel auf dem Markt – exklusive Add-On Versionen versteht sich. „TrackMania Turbo“ erwartet euch nun in 2016. Ein genauer Release Termin ist leider noch nicht bekannt, die Beta Version allerdings, in die ich mich glücklicherweise stürzen durfte, war bereits recht umfangreich und riss mich nicht nur durch rasanten Fahrspaß, sondern auch durch ihre Optik vom Hocker.

Arcade vom Feinsten
Doch was steckt nun hinter der Turbo-Version des Arcade-Racers? Eine Menge. Ich hatte so unendlich viel Spaß mit der Beta, ich habe die Nacht zum Tag gemacht. Hinter vier verschiedenen Landschafts-Typen verstecken sich eine Menge unterschiedlicher Strecken. Zum einen manövriert ihr euch über tropische Strände, während die nächste Herausforderung tiefe Kluften für euch parat hält. Über Schotterpisten und Steingruben geht es weiter, bis ihr euch in euren Präzisionsfahrkünsten beweisen dürft und an den Rennen in der Indoor-Arena teilnehmt. Neben den vielfältigen Landschaften, könnt ihr natürlich zwischen den verschiedenen Spiel-Modi wählen und prescht entweder im Arcade-Mode über die Pisten um Bestzeiten zu erzielen und euch in der Rangliste bis ganz nach oben zu kämpfen oder ihr liefert euch im Split-Screen Duelle mit bis zu drei Freunden. Ein wirklich urkomischer und durchaus herausfordernder Modus ist der Double-Driver. Hier bedient ihr gemeinsam mit einem weiteren Spieler ein Fahrzeug mit zwei Controllern. Wenn nicht irgendwann diese zerbrechen, dann schlussendlich vielleicht Freundschaften (lasst mich, ihr wisst ich bin theatralisch). Zu guter Letzt gibt es da noch den Hot Seat Modus, in dem ihr bis zu sieben Mitspieler besiegen müsst. Hierbei geht es darum, den Inhalt eures Tanks zu schonen. Das schafft ihr nur, wenn ihr richtig gute Ergebnisse erzielt. Je besser ihr eben seid, desto weniger müsst ihr fahren, desto mehr Tankfüllung spart ihr, desto… naja, am Ende gewinnt ihr eben. Was vergessen? Klar, der berühmt-berüchtigte Online Multiplayer. Hier könnt ihr selbst Turniere veranstalten und an bereits existierenden Community-Wettkämpfen teilnehmen.

Brumm Brumm
In der Beta dufte ich vier verschiedene Fahrzeugtypen testen, die alle individuelle Fahreigenschaften mit sich bringen. Ein Fahrzeug verhält sich auf Asphalt nun einmal anders als auf Schotterpisten. In der Werkstatt habt ihr die Möglichkeit, die PS-Boliden nach eurem eigenen Geschmack zu gestalten. Von Flaggen, über Maskottchen, einem eigenen Motto oder der Lieblingsnummer, sowie Materialeigenschaften. Lasst eurer Kreativität freien Lauf. Um allerdings sämtliche Objekte zur Nutzung freizuschalten, müsst ihr erst einmal ordentlich ingame absahnen. Goldmedaillen für Objekte – so sieht es nämlich aus. Für jede Goldmedaille, ein gewonnenes Turnier oder andere Wettkämpfe schaltet ihr eben diese Objekte und Materialien frei und könnt sie in der Werkstatt anschließend nach Belieben auf eure Fahrzeuge anwenden.

Innerhalb der Kampagne
Bisher wurden bis zu 200 offizielle Strecken bestätigt. Nun gut, die habe ich selbstverständlich nicht alle in der Beta runtergerockt, aber es gibt sie. Gewonnene Rennen belohnen euch eben mit diesen Strecken, die ihr zusätzlich auf fünf unterschiedlichen Schwierigkeitsgeraden befahren dürft. Der Schwierigkeitsgerad unterscheidet sich wie folgt:

Garantierter Bastelspaß
Einfach nur fahren, lassen die Entwickler nicht auf sich sitzen. Wieso auch, wenn man dem Spieler die Möglichkeit geben kann, eigene Strecken zu konstruieren? Gesagt getan. Da ist er: Der Strecken-Editor. Ein Teil der TrackMania eben ausmacht. Hier könnt ihr Looping für Looping aneinanderreihen und neue Herausforderungen erschaffen. WARNUNG: Dieses Streckenbau-Werkzeug der Hölle, verschlingt eure Lebenszeit ohne einen Anflug von Gnade - Spaß macht es trotzdem.
3, 2, 1… GO!
Herzlich wollkommen auf der Rennstrecke. Was für ein affengeiles und überwältigendes Gefühl, aus hunderten von Metern von einem Helikopter abgekoppelt zu werden und mit dem Rennwagen geschmeidig, aber mit ordentlich Karacho auf der Strecke zu landen, um uns dem Geschwindigkeitsrausch hinzugeben. Es hat keine zehn Sekunden gedauert und ich war überzeugt. „TrackMania Turbo“ schafft es tatsächlich eine gehörige Portion Adrenalin in die Adern zu pumpen – und die fein säuberlich gewählte Musik trägt ihren nicht allzu unwichtigen Teil dazu bei – bmmmz bmbmz psshh. Gefällt euch diese übrigens besonders gut, könnt ihr die Playlist auch einfach im entsprechenden Menü aufrufen und eure Lieblingssongs direkt auswählen und abspielen. Grandios umgesetzt ist dieser Moment, dieser eine Moment, in dem ihr euch auf diesen langersehnten Looping oder die Schraube zubewegt und eure Vorderachse damit in Berührung kommt. Denn genau in diesem Moment schaltet das schlaue Systemchen in die Egoperspektive um und ihr rattert durch den wahnsinnig gut in Szene gesetzten Streckenabschnitt hinein. Das macht so unendlich viel Laune. Grundsätzlich besteht eine Rennstrecke aus einem Start- und Zielpunkt. Bedeutet im Falle von „TrackMania Turbo“: One-Way Racing. Zwischen all diesen Strecken finden sich allerdings auch immer mal wieder ein paar Multilap-Strecken, auf denen ihr auch schon mal drei geschmeidige Runden über die gleiche Piste düst. Sollte sich eure Fahrweise einmal negativ auf euer aktuelles Rennen auswirken und ihr katapultiert euch von der Strecke und aus dem Renngeschehen, dann macht euch keine Sorgen. Reagiert ihr schnell genug, platziert ihr euch mit dem entsprechenden Button wieder am letzten Checkpoint. Alternativ dazu könnt ihr das Rennen auch jederzeit neu starten – selbstverständlich nicht im Multiplayer Modus, aber das muss ich ja nicht erst erwähnen. Zur Steuerung haben sich die Entwickler noch ein kleines Leckerli einfallen lassen und überlassen es ganz eurer Vorliebe, ob ihr euch für die neumodische Steuerung via Analog-Stick und Trigger (Schultertasten) entscheidet, oder einen auf Retro macht und das Steuerkreuz, sowie die vier Button benutzt – irgendwie sau cool.

Heading for Gold
Klar, irgendwann packt einen das Ego und eine Silbermedaille ist lange nicht mehr genug, Gold muss her. Solltet ihr euch an einer Strecke einmal ordentlich die Zähne ausbeißen und keine Chance mehr sehen hier noch das heißbegehrte Edelmetall zu ergattern, gibt es noch eine letzte Hoffnung: Den Medaillen-Joker. Diesen könnt ihr auf der entsprechenden Strecke einsetzen, das Rennen direkt beenden und die gewünschte Platzierung einheimsen. Natürlich habe ich das NUR FÜR’S PREVIEW einmal versucht (nicht, dass ich den Strecken ingame nicht gewachsen gewesen wäre) und kann euch sagen: Es ist nicht sonderlich befriedigend ohne Eigenleistung, einen solchen „Erfolg“ mit nach Hause zu nehmen. Nun denn, was tut man nicht alles für eine umfangreiche Berichterstattung.

Turning Point
Optisch sieht das Spiel wirklich hübsch aus. Alles läuft rund, die Strecken erstrahlen in all ihrer Pracht und auch das Surrounding wirkt nicht einfach lieblos „ergänzt“, weil es bei Racing-Games eben nur Nebensache ist. Das Einzige, was mir wirklich enorm negativ auffiel, war die Bereifung. Es mag jetzt komisch klingen und ihr fragt euch sicherlich: „Die Bereifung!? WTF!?“. Ja, ich meine es wie ich es sage und schiebe die Schuld einfach auf die Beta. Allerdings wirkt es so, als hätte man über die Reifen der Fahrzeige einfach einen „Verschwommen-Filter“ gelegt, um durchdrehendes Gummi darzustellen. Dabei wirkt dieser Effekt si unnatürlich, dass er eben recht negativ ins Gewicht fällt… Schaut mich nicht so an, ich kann da nichts für. Sieht doof aus. Aber ich möchte mich an einer schlurigen Reifendarstellung nicht aufhängen – im Gegenteil. „TrackMania Turbo“ würde ich ohne zu zögern, jedem weiterempfehlen, der mich fragt. So.
Some Random Stuff
Kommen wir gerne noch einmal auf die Umgebung zu sprechen. Es ist mir ja tatsächlich doch ein Mal passiert (aber nur ein Mal), dass ich mich von der Rennstrecke manövriert habe – das war aber auch eine fiese Kurve. Ich habe in dem Moment erwartet, dass mich nach guter, alter Mario Kart Manier, ein Wölkchen einsammelt und zurück zur Rennstrecke fliegt – in diesem Falle vielleicht auch einfach ein flinker Hubschrauber. Nein, da stand ich nun, inmitten der weitläufigen Gegend, zwischen Bäumen und Büschen und war noch immer in der Lage meinen Wagen zu bedienen. Ich fuhr los. Den Steilhang entlang, bis hin zu einem malerischen See und über die nächste Wiese, bis ich mich von einer vollkommen anderen Seiten der Rennstrecke wieder näherte. Nö, dachte ich bei mir. Jetzt will ich es wissen. Open World in einem Arcade-Racer? Gaspedal auf Anschlag und ab die Post. Ich fuhr 17 ganze Minuten lang immer in ein und dieselbe Richtung – die Map nahm kein Ende. Okay, ich gebe zu, die Texturen waren irgendwann nicht mehr vorhanden und nach ca. 10 Minuten fuhr ich in eine Art schwarzes Loch, was sich als semi-professionell dargestellter Nachthimmel entpuppte, aber ich fuhr noch. Ich habe bis heute das Ende der Map nicht erreicht un bin davon überzeugt: „TrackMania Turbo“ hat das größte Open World Szenario aller existierender Spiele.

Fazit:
"TrackMania Turbo" ist eine gelungene Mischung aus Mario Kart, Wipeout und Arcade-Racing mit einem Hauch Trials am Ende eines jeden Rennens, an dem ihr einen fulminanten Abgang hinter der Ziellinie hinlegt. Fahrspaß und Abwechslung garantiert und dieses Gefühl, in einen dieser Loopings zu fahren oder gar ein komplett damit ausgestattetes Rennen zu bestreiten, ist einfach unbeschreiblich fantastisch. Der Mehrspieler-Modus hat da keinerlei negativen Beigeschmack. Ob im Split-Screen oder Online: Das Game ist ein Party-Kracher mit enormen Unterhaltungsfaktor. Und wer sich selbst auf die Baustelle wagen möchte, ab in den Strecken-Editor mit euch. Grafisch eine perfekte Symbiose mit Sound und Spielmechanik. Dickes Like von mir. Ich kann’s kaum erwarten, mich in der Vollversion hinters Lenkrad zu setzen.

