Preisdruck auf Butter und Milch: Deutsche Milchviehhalter am Rande der Verzweiflung
Die deutschen Milchviehhalter stehen aufgrund des anhaltenden Preisrückgangs in der Milchproduktion vor erheblichen Herausforderungen. Karsten Hansen, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), äußerte in einer aktuellen Stellungnahme seine Besorgnis über die angespannte Lage, bei der steigende Milchanlieferungen und fallende Preise die wirtschaftliche Existenz der Betriebe gefährden. Insbesondere sieht er das Risiko, dass viele Landwirte ihren Betrieb aufgeben könnten, wenn sich die Preisspirale weiter nach unten dreht.
Der BDM repräsentiert rund ein Drittel der aktiven deutschen Milcherzeuger und etwa 40 Prozent der landesweit produzierten Milch. Der Verband wurde 1998 gegründet und positioniert sich als Vertreter der Milchviehhalter, die sich vom Deutschen Bauernverband nicht adäquat unterstützt sahen. Die anhaltenden Preissenkungen bei Milchprodukten wie Butter und Käse belasten die Betriebe schwer, da die Produktionskosten kaum gedeckt sind.
Vorstandsmitglied Ursula Trede betont, dass auf die Marktselbstheilung zu setzen, im Grunde bedeutet, die Marktteilnehmer auf eine durch wirtschaftliche Schwierigkeiten erzwungene Reduzierung der Milchproduktion warten zu lassen. Da die Notierungen für Butter und Käse innerhalb eines Jahres um bis zu 35 Prozent gesunken sind und die Milchanlieferungen gleichzeitig um 6,5 Prozent gestiegen sind, werden die Erzeuger vor immense wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Die jüngsten Preissenkungen für Butter auf nur 1,39 Euro pro 250-Gramm-Packung machen die Situation nicht einfacher.

