Präventivschlag in der Schwebe: Iran und Israel am Rande einer Konfrontation

Die Spannungen zwischen Iran und Israel haben eine neue Eskalationsstufe erreicht: Der kürzlich gegründete iranische Verteidigungsrat deutet in einer Erklärung an, dass ein Präventivschlag gegen Israel möglich sei. Angesichts dieser Drohkulisse betont Teheran, dass jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten mit einer gezielten Reaktion beantwortet werde, wobei bereits Zeichen von Bedrohungen als sicherheitsrelevant angesehen werden.
In einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Tehran Times" ist von einer strategischen "präventiven Selbstverteidigung" die Rede. Politikexperten warnen indes vor den Risiken eines neuen Krieges, der durch Fehlkalkulationen ausgelöst werden könnte—etwa einen voreiligen Raketenangriff seitens Iran, um einer befürchteten israelischen Offensive zuvorzukommen.
Aus diplomatischen Kreisen wird berichtet, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu über Russland dem Iran versichern ließ, dass keine Eskalation der Spannungen angestrebt werde. Da beide Länder weder diplomatische Beziehungen unterhalten noch direkte Kanäle zur Kommunikation haben, bleibt eine Deeskalation bisher aus.
Inmitten all dessen, äußert Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei tiefes Misstrauen gegenüber Israel. Gemäß einem Post auf seinem X-Profil bezeichnete er den Erzfeind als "betrügerischen Lügner", dem man nicht trauen könne. Untermauert wurde diese Haltung durch ein Manöver der iranischen Revolutionsgarden, bei dem die Schlagkraft der Flugabwehr und Raketeneinheiten demonstriert wurde.
Nach einer militärischen Auseinandersetzung vor einigen Monaten, bei der Israel, unterstützt durch die USA, strategische Ziele in Iran angriff, erhob der Iran ballistische Raketen gegen Israel. Diese militärische Erfahrung hat die Bedrohungswahrnehmung in Israel verstärkt, zumal Teheran sein Raketenpotential und Nuklearprogramm ausbaut. Zeitgleich wüteten im Iran erneut heftige Proteste gegen die Staatsführung.

