Porsche SE sucht Schulterschluss für Rüstungsinvestitionen
Die Porsche-Piëch-Familie, Mehrheitsaktionärin von Volkswagen und Porsche AG, intensiviert ihre Bemühungen, das Portfolio der Holdinggesellschaft Porsche SE breiter aufzustellen. Kern der aktuellen Strategie ist der Einstieg in den Rüstungs- und Sicherheitssektor. Gemeinsam mit deutschen und europäischen Family Offices will das Stuttgarter Investmentvehikel in aufstrebende Technologieunternehmen investieren, die von steigenden Verteidigungsbudgets in Europa profitieren.
Bereits Anfang des Jahres hatte Porsche SE bis zu zwei Milliarden Euro für neue Beteiligungen in diesem Segment reserviert. Nun kündigte das Unternehmen an, eine eigene Plattform für Rüstungsinvestitionen aufzubauen und einen „Defence Day“ zu veranstalten, um potenzielle Co-Investoren zu gewinnen. Ziel ist es, sich stärker an „dual-use“-Technologien zu beteiligen, die sowohl zivil als auch militärisch einsetzbar sind. Im Portfolio befinden sich bereits Start-ups wie der Raketenentwickler Isar Aerospace und der Drohnenhersteller Quantum Systems.
Der strategische Schwenk kommt in einer Phase, in der die Kernbeteiligungen Volkswagen und Porsche AG unter Druck stehen. Handelskonflikte, eine schwächelnde Nachfrage in China und Preisdruck im E-Automarkt belasten die Ertragskraft. 2023 schrieb Porsche SE den Wert ihrer VW-Beteiligung um 19,9 Milliarden Euro und ihre Porsche-Anteile um 3,4 Milliarden Euro ab – eine der größten Wertberichtigungen in der deutschen Unternehmensgeschichte. Entsprechend senkte die Holding ihre Gewinnprognose für 2024 auf 1,6 bis 3,6 Milliarden Euro nach Steuern.
Angesichts geopolitischer Spannungen und der wachsenden Bedeutung technologischer Souveränität sieht Porsche SE im Verteidigungsbereich eine langfristige Wachstumschance. Vorstandschef Hans Dieter Pötsch betonte, man wolle das Engagement in sicherheitsrelevanten Sektoren ausbauen, ohne den Fokus auf Mobilität und industrielle Technologien aufzugeben.


