Politisches Tauwetter zwischen Rom und Paris – Annäherung mit Hindernissen
Ein fester Händedruck zwischen Italiens Premierministerin Giorgia Meloni und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Rom markierte einen symbolischen Beginn für eine diplomatische Annäherung. Die beiden Staatsoberhäupter trafen sich für ein dreistündiges Gespräch im Palazzo Chigi, gefolgt von einem Arbeitsessen, um die Beziehungen neuerlich zu stärken.
Obwohl Details der Gespräche bislang unklar bleiben, ließ der Élysée-Palast durchblicken, dass Macron anstrebt, gemeinsam mit Meloni voranzuschreiten. Insbesondere die Unterstützung der Ukraine wirft hierbei Klärungsbedarf auf, betonten die diplomatischen Kreise. Meloni, Parteivorsitzende der Fratelli d'Italia, hob die Bedeutung des Dialogs hervor, selbst wenn Meinungsverschiedenheiten bestehen.
Trotz aller Bemühungen bleibt das Verhältnis zwischen beiden Ländern von Spannungen geprägt. Macrons kürzliche Reise nach Kiew mit Bundeskanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer ohne die Beteiligung Melonis führte zu Missstimmungen in Rom. Zudem divergieren die Positionen bezüglich der "Koalition der Willigen" zur Ukraine-Unterstützung: Italien lehnt jeglichen Truppeneinsatz ab. Auch unterscheiden sich ihre Strategien in der Beziehung zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump – hier setzt Rom auf Vermittlung und Nähe, wohingegen Paris europäische Eigenständigkeit bevorzugt.

