Politisches Beben in Kiew: Schmyhal tritt zurück – Swyrydenko für Regierungsbildung nominiert
Ein politisches Erdbeben erschüttert die Ukraine inmitten des fortwährenden Konflikts mit Russland. Ministerpräsident Denys Schmyhal, dessen bisherige Amtszeit als eine der längsten in der Geschichte des unabhängigen Landes verzeichnet wird, hat seinen Rücktritt erklärt. In einem emotionalen Statement, das er über den Nachrichtendienst Telegram verbreitete, bedankte sich Schmyhal bei den Verteidigerinnen und Verteidigern der Ukraine, die bemüht sind, das Land in diesen herausfordernden Zeiten zu schützen.
Mit warmen Worten des Dankes richtete er sich auch an Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein Regierungsteam für deren tatkräftigen Einsatz. Die politische Neuordnung sieht vor, dass Schmyhal den Posten des Verteidigungsministers übernehmen wird, während der bisherige Amtsinhaber, Rustem Umjerow, als Botschafter in die Vereinigten Staaten wechselt.
In einem überraschenden Schritt hat Präsident Selenskyj die Vizeregierungschefin Julia Swyrydenko mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt, obwohl die ukrainische Verfassung vorsieht, dass dieser Vorschlag von der Parlamentsmehrheit initiiert werden sollte. In ihrer Rolle als mögliche neue Ministerpräsidentin bringt die 39-jährige Swyrydenko ihre engen Verbindungen zum Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, mit sich.
Die genauen Motive hinter dieser umfassenden Regierungsumbildung bleiben unklar, doch eines ist sicher: Der westukrainische Politikveteran Schmyhal hinterlässt große Fußstapfen.

