Politische Turbulenzen in Frankreich und milliardenschwere Fusion im Rohstoffsektor: EuroStoxx 50 verharrt
Der EuroStoxx 50 zeigte sich am Dienstag wenig bewegt, nachdem er zu Wochenbeginn deutliche Gewinne verzeichnet hatte. Der Index der Eurozone legte leicht um 0,11 Prozent zu und schloss bei 5.368,82 Punkten. Grund für die Zurückhaltung der Anleger war der politische Umbruch in Frankreich. Die Mitte-Rechts-Regierung unter François Bayrou trat nach einer verlorenen Vertrauensfrage zurück, was Präsident Emmanuel Macron vor die Herausforderung stellt, einen neuen Premierminister zu berufen.
Obwohl die politische Entwicklung von den Märkten weitgehend antizipiert wurde und somit keine dramatischen Kursbewegungen auslöste, betonte Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets, dass die langfristigen politischen Risiken nicht unterschätzt werden sollten. Ein Vergleich zur politischen Lage unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump drängt sich auf, wo die Märkte nervenschonend mit Unsicherheiten umgingen.
Der französische CAC 40 konnte ein kleines Plus von 0,19 Prozent verzeichnen, während der Schweizer SMI um 0,26 Prozent nachgab. Der britische FTSE 100 hingegen legte um 0,23 Prozent zu.
Im Unternehmenssektor zog eine bedeutende Transaktion die Aufmerksamkeit auf sich: Die Fusion zwischen Anglo American und Teck Resources. Der Zusammenschluss zwischen dem britisch-südafrikanischen Rohstoffriesen und dem kanadischen Kupferproduzenten stellt einen der größten Deals in der Branche seit Monaten dar. Matt Britzman von Hargreaves Lansdown hob hervor, dass Kupfer zu einem zentralen Bestandteil des zukünftigen Konzernportfolios wird, wodurch das neue Unternehmen von der steigenden Nachfrage durch die Elektrifizierung und Energiewende profitieren könnte.
Die Aktien von Anglo American reagierten positiv mit einem Anstieg um 9 Prozent in London, während Teck Resources in New York fast 15 Prozent zulegen konnte. Diese Übernahmefantasien trieben den Rohstoffsektor in Europa mit einem Plus von 1,3 Prozent an die Spitze.
Auch der französische Autobauer Renault erlebte erfreuliche Kursentwicklungen mit einem Anstieg von 3,6 Prozent, beflügelt durch ein 'Outperform'-Rating und einem Kursziel von 45 Euro seitens der Investmentbank Exane BNP. In Amsterdam hingegen verzeichneten Aktien von ABN Amro einen Rückgang um 0,8 Prozent aufgrund einer geplanten Beteiligungsreduktion der niederländischen Regierung.

