Politische Spannungen bremsen US-Märkte – Boeing und Eli Lilly im Fokus
Am Dienstag zeigten sich die US-Börsen von politischen Unsicherheiten stark beeinflusst, was zu einer weitestgehend stagnierenden Entwicklung führte. Der Dow Jones Industrial, der am Freitag noch ein Rekordhoch verzeichnen konnte, stagniert und notierte zwei Stunden vor Handelsschluss unverändert bei 45.284 Punkten. Grund dafür sind neue Zollandrohungen der Trump-Regierung und Befürchtungen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, die nach den Verlusten vom Vortag für ein vorsichtiges Vorgehen der Investoren sorgten.
Während der S&P 500 einen leichten Zuwachs von 0,07 Prozent auf 6.444 Punkte verzeichnete, legte der Nasdaq 100 marginal um 0,09 Prozent auf 23.447 Punkte zu. Trotz eines einprozentigen Kursgewinns bei Nvidia, da Ergebnisse des KI-Chipkonzerns am Mittwoch erwartet werden, blieb die Euphorie im gesamten Technologiesektor aus. Die politischen Spannungen rund um Donald Trump erhielten durch seine Entscheidung, Fed-Gouverneurin Lisa Cook mit sofortiger Wirkung zu entlassen, neue Nahrung. Zudem drohte Trump China mit Strafzöllen von bis zu 200 Prozent, sollte Peking die Versorgung mit Magneten aus seltenen Erden nicht gewährleisten. Auch drohte Trump Ländern, die Digitalsteuern erheben, mit neuen Zöllen auf Hochtechnologie-Produkte und Halbleiter, in einem fortwährenden Argument, solche Steuern diskriminierten US-Technologiefirmen. Die EU reagierte unbeeindruckt und verwies auf bestehende Handelsabkommen.
Angeführt wurde der Dow von Boeing mit einem Kursanstieg von 3,1 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass Korean Air Lines den Kauf von 103 Flugzeugen und 206 Triebwerken von GE Aerospace in Erwägung zieht. Dieses mögliche Großgeschäft motivierte auch andere Unternehmen der Flugzeugindustrie.
Einen weiteren Aufwärtstrend verzeichnete Eli Lilly mit einem Kursplus von 4,4 Prozent. Der Pharmakonzern machte große Fortschritte mit seiner Abnehmpille Orforglipron. Nach einem enttäuschenden Ergebnis im August, nähert sich das Unternehmen dank positiver Studienergebnisse einer Marktzulassung.
AT&T machte mit einem geplanten Kauf von Frequenz-Lizenzen des Satellitenkommunikationsunternehmens Echostar für rund 23 Milliarden US-Dollar Schlagzeilen. Der Deal, der noch der behördlichen Genehmigung bedarf und Mitte 2026 abgeschlossen werden soll, führte zu einem Kurssprung der Echostar-Aktien um knapp 75 Prozent, während AT&T um 1,5 Prozent nachgaben.
Darüber hinaus stiegen die Aktien von AMD um fast zwei Prozent und IBM legten um 0,8 Prozent zu, dank der Ausweitung ihrer Kooperation im Bereich Quantencomputing für Supercomputer.

