Politische Börsenturbulenzen prägen Dax-Konsolidierung
Nach massiven Gewinnen zu Wochenbeginn könnte der Dax am Dienstag eine Verschnaufpause einlegen. Experten erwarten, dass der deutsche Leitindex um 0,6 Prozent nachgibt und sich bei 23.001 Punkten einpendelt. Am Vortag hatte der Dax die 23.000-Marke erstmals geknackt und zwischenzeitlich ein Hoch von 23.307 Punkten erreicht. Speziell Rüstungs- und Autowerte trieben die Ralley voran, beim Blick auf die diesjährige Durchbrechung der dritten Tausendermarke.
Während die Wall Street unter Handels- und Konjunktursorgen leidet, zeigt sich der deutsche Aktienmarkt erstaunlich robust. US-Präsident Donald Trump hat die Zölle auf chinesische Importe auf 20 Prozent erhöht, woraufhin China Gegenzölle auf amerikanische Agrarprodukte verkündete. Parallel dazu starten neue US-Zölle gegenüber Kanada und Mexiko. Laut Thomas Altmann von QC Partners entzündet dies derzeit die Börsen und steigert die Volatilität. Der Handelskrieg könne letztlich nur Verlierer schaffen, mahnt Altmann. Auch der EuroStoxx 50 wird mit einem Minus von 0,9 Prozent zum Handelsstart erwartet.
Besonders im Rüstungssektor bleibt Spannung bestehen. Trotz einer pausierten Militärhilfe der USA an die Ukraine positioniert sich Europa weiter unterstützend, was Unternehmen wie Rheinmetall und Hensoldt perspektivisch zugutekommen dürfte. Das Debattenthema betreffend Deutschlands Rüstungssondervermögen gewinnt ebenfalls an Brisanz. Analysten von Oddo BHF haben zudem Hensoldt hochgestuft, während der Rüstungserlektronik-Spezialist bald den Stoxx Europe 600 bereichern könnte.
Abseits der politischen Einflüsse setzt sich die Berichtssaison fort. Continental sieht sich dank Einsparmaßnahmen und Stellenreduktionen auf einem guten Weg zur Margenerholung im Autozuliefergeschäft. Eine Abspaltung steht bevor, nachdem die Aktie an der Börse geringfügige Einbußen hinnehmen musste. Zeitgleich zeigt Bilfinger mit fortgesetztem Wachstum und Zukauf Erfolge. Derweil hat Fielmann neue Jahreszahlen vorgelegt und Fresenius verkleinert seine Beteiligung an Fresenius Medical Care zugunsten einer wandelbaren Anleihe, was zu Kursverlusten führte.

