Polens Grenzschutz intensiviert Kontrollen an deutscher Grenze
An der polnisch-deutschen Grenze sind seit Mitternacht strikte Kontrollen in Kraft. Der polnische Grenzschutz überwacht 52 Grenzübergänge, um illegale Schleusungsaktivitäten zu unterbinden. An Kontrollstellen, wie in Krajnik Dolny, werden Autofahrer durch Beamte in Polizei-Westen, unterstützt von der Militärpolizei, angehalten. Deutsche Pendler, die günstig in Polen tanken möchten, kommen dabei ins Visier, während Lastwagen von den Maßnahmen unberührt bleiben.
Der polnische Innenminister, Tomasz Siemoniak, erklärte, dass die Kontrollen sich primär gegen die Schleusung von Migranten richten und betonte, dass normale Reisende nichts zu befürchten haben. Im Fokus stehen insbesondere Minibusse, vollbesetzte Fahrzeuge und solche mit getönten Scheiben. Die Maßnahmen sind vorerst bis zum 5. August terminiert. Zudem sind Ausweisdokumente für Grenzübertritte obligatorisch. Auch an Übergängen zu Litauen finden Kontrollen statt, bei denen bereits ein estnischer Fahrer mit vier irregulären Migranten festgenommen wurde.
Bei den Kontrollen sind rund 800 Grenzschützer, 300 Polizisten, 200 Militärpolizisten und 500 Angehörige der Heimatschutzverbände im Einsatz. Hintergrund dieser Verschärfung sind die bereits seit Oktober 2023 von Deutschland durchgeführten stichprobenartigen Kontrollen, um unerlaubte Migration zu drosseln. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte zudem Rückführungen von Asylbewerbern angeordnet, was in Polen zunehmend kontrovers diskutiert wird.

