Pokémon Blattgrün und Feuerrot im Test: Zurück nach Kanto

08. März 2026, 19:37 Uhr · Quelle: DailyGame.AT
Pokémon Blattgrün und Feuerrot im Test: Zurück nach Kanto
Foto: Dailygame
Die Remakes von Pokémon Feuerrot und Blattgrün bieten ein verbessertes klassisches Abenteuer auf Nintendo Switch und feiern das 30-jährige Jubiläum der Pokémon-Serie.

Mit der Rückkehr von Pokémon Feuerrot und Pokémon Blattgrün auf der Nintendo Switch erlebt eines der prägendsten Kapitel der Videospielgeschichte ein Comeback. Die ursprünglich 2004 für den Game Boy Advance veröffentlichten Remakes der Klassiker Pokémon Rot und Pokémon Blau sind nun im eShop verfügbar und sollen das 30-jährige Jubiläum der Marke Pokémon feiern.

Der erneute Release ist allerdings nicht ganz unumstritten. Statt Teil des klassischen Emulator-Angebots für Nintendo Switch Online zu sein, werden die Spiele separat für rund 19,99 Euro pro Sprache verkauft. Dennoch bleibt für viele Fans ein entscheidender Punkt bestehen: Es war selten so bequem, noch einmal in die legendäre Kanto Region zurückzukehren.

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Der ideale Mittelweg zwischen Nostalgie und Komfort

In der Pokémon-Geschichte nehmen Feuerrot und Blattgrün eine besondere Rolle ein. Sie sind weder die technisch eingeschränkten Originale aus den 1990er Jahren noch moderne Neuinterpretationen wie Pokémon Let’s Go Pikachu oder Pokémon Let’s Go Evoli. Stattdessen bilden sie eine Art Mittelweg. Die Spiele behalten den klassischen Aufbau der Originale bei, verbessern jedoch zahlreiche technische Schwächen und Fehler der ersten Generation. Dazu gehört etwa ein berühmter Bug, durch den Psycho-Pokémon ursprünglich immun gegen Geist-Attacken waren. Auch das allgemeine Spieltempo und viele Menüfunktionen wurden überarbeitet. Dadurch fühlt sich das Abenteuer deutlich angenehmer an als in den ursprünglichen Versionen, ohne den typischen Charme der frühen Pokémon-Spiele zu verlieren.

Feuerrot und Blattgrün erweiterten das ursprüngliche Abenteuer um zusätzliche Gebiete. Besonders die Sevii-Inseln bieten neue Schauplätze, zusätzliche Storyelemente und Begegnungen mit Pokémon aus späteren Generationen. Diese Regionen dienen vor allem als Late-Game- und Post-Game-Inhalte. Spieler erhalten hier neue Herausforderungen, etwa im Trainerturm mit verschiedenen Kampfaufgaben, die das eigene Team auf die Probe stellen. Auch legendäre Pokémon spielen eine größere Rolle. Orte wie die Entstehungsinsel oder der Nabelfels sind in dieser Version enthalten. Dort können Trainer legendären Pokémon begegnen, die früher nur über spezielle Events zugänglich waren. Dadurch wirkt diese Neuauflage für viele Spieler fast wie eine definitive Version der GBA-Remakes.

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Klassisches Pokémon Gameplay ohne moderne Abkürzungen

Der größte Unterschied zu modernen Pokémon-Spielen zeigt sich im Gameplay. Titel wie Pokémon Karmesin oder Pokémon Purpur setzen auf offene Areale, zahlreiche Komfortfunktionen und eine deutlich größere Auswahl an Kreaturen. Feuerrot und Blattgrün erinnern dagegen daran, wie viel simpler die Serie einst war. Insgesamt stehen nur rund 151 Pokémon im Fokus der Geschichte. Das sorgt für ein kompakteres Abenteuer, in dem jede Entwicklung und jeder Sieg spürbar mehr Gewicht erhält.

Das Kampfsystem basiert weiterhin auf dem klassischen rundenbasierten Prinzip. Typenvorteile spielen eine entscheidende Rolle. Feuer ist stark gegen Pflanze, Wasser kontert Feuer und Elektro dominiert gegen Wasser. Gleichzeitig müssen Spieler ihre Angriffspunkte im Auge behalten und Statusveränderungen berücksichtigen. Auch einige ältere Mechaniken sind noch vorhanden. Die Trennung zwischen physischem und speziellem Angriff existierte damals noch nicht in der heutigen Form. Dadurch entstehen interessante Situationen beim Training bestimmter Pokémon. Ein Flamara besitzt beispielsweise einen hohen physischen Angriff, obwohl viele Feuer-Attacken auf Spezialwerte setzen.

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Eine abwechslungsreiche Region voller Erinnerungen

Die Geschichte führt Trainer durch die bekannte Kanto Region. Die Reise beginnt in Alabastia bei Professor Eich, wo Spieler ihr erstes Pokémon wählen. Zur Auswahl stehen traditionell Bisasam, Glumanda oder Schiggy. Von dort aus beginnt ein Abenteuer durch Städte wie Vertania, Azuria, Orania oder Saffronia City. Ziel ist es, acht Arenaorden zu sammeln, das kriminelle Team Rocket aufzuhalten und schließlich die Pokémon Liga zu erreichen. Die Struktur wirkt zunächst linear, eröffnet aber nach und nach neue Möglichkeiten zur Erkundung. Mit Fähigkeiten wie Surfer, Fliegen oder Zerschneider lassen sich zuvor blockierte Wege öffnen. Dadurch entsteht ein organisches Backtracking, bei dem Spieler immer wieder bekannte Orte erneut besuchen und neue Bereiche entdecken.

Retro Charme auf moderner Hardware

Technisch basiert diese Neuauflage weiterhin auf der Game Boy Advance Version von 2004. Die farbenfrohe Pixelgrafik wirkt auch heute noch überraschend charmant und zeigt, wie zeitlos der Stil vieler klassischer Pokémon-Spiele ist. Auf der Nintendo Switch lässt sich das Abenteuer bequem im Handheld-Modus oder auf dem Fernseher spielen. Gerade auf einem großen Bildschirm kommen die detailreichen Pokémon-Sprites besonders gut zur Geltung. Ganz ohne Kritikpunkte bleibt die Neuveröffentlichung jedoch nicht. Die Darstellung verwendet weiterhin das ursprüngliche Seitenverhältnis, weshalb schwarze Balken das Bild einrahmen. Außerdem fehlen moderne Online-Funktionen. Pokémon lassen sich nur lokal tauschen, was die Entwicklung mancher Pokémon erschweren kann.

Die Rückkehr von Feuerrot und Blattgrün zeigt eindrucksvoll, wie stark sich die Pokémon-Reihe über die Jahre verändert hat. Moderne Komfortfunktionen, offene Welten und komplexere Mechaniken fehlen hier noch vollständig. Gerade deshalb entfaltet dieses Abenteuer jedoch einen besonderen Charme. Das klassische Spielprinzip funktioniert auch heute noch hervorragend und erinnert daran, warum Pokémon zu einem der erfolgreichsten Medien-Franchises der Welt wurde. Die Switch-Version ist vielleicht nicht die spektakulärste Art, das Jubiläum der Reihe zu feiern. Ein paar zusätzliche Features oder Online-Funktionen hätten der Neuauflage gutgetan. Dennoch bleibt sie der bequemste Weg, das ursprüngliche Kanto-Abenteuer noch einmal zu erleben. Für Fans der Serie ist diese Reise zurück zu den Wurzeln daher vor allem eines: eine nostalgische Erinnerung daran, wie alles begann.

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Pokemon Feuerrot und Blattgrün (c) The Pokemon Company

Fazit zu Pokémon Blattgrün und Feuerrot

Die Rückkehr von Pokémon Feuerrot und Blattgrün zeigt eindrucksvoll, warum die Kanto-Region bis heute einen besonderen Platz in der Geschichte der Videospiele einnimmt. Die Remakes verbinden das klassische Abenteuer der ersten Generation mit den technischen Verbesserungen der Game-Boy-Advance-Ära und schaffen damit einen gelungenen Mittelweg zwischen Nostalgie und Spielkomfort.

Auch Jahre nach ihrer ursprünglichen Veröffentlichung funktioniert das grundlegende Konzept noch erstaunlich gut. Die kompakte Pokémon-Auswahl, das klare Fortschrittssystem mit Arenaorden und die strukturierte Erkundung der Region sorgen für ein Abenteuer, das sich fokussierter anfühlt als viele moderne Ableger der Reihe.

Die Switch-Version bringt dieses Erlebnis zwar ohne große technische Neuerungen zurück und verzichtet auf moderne Online-Funktionen, bietet dafür aber die wohl bequemste Möglichkeit, das klassische Kanto-Abenteuer noch einmal zu erleben. Für langjährige Fans ist die Rückkehr daher eine nostalgische Reise in die Vergangenheit – und für neue Spieler eine Gelegenheit, eines der wichtigsten Kapitel der Pokémon-Geschichte nachzuholen.

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