Plötzlicher Führungswechsel bei Stellantis: CEO Carlos Tavares geht
Die Automobilwelt steht Kopf: Nach einem dramatischen Richtungswechsel im Top-Management von Stellantis ist CEO Carlos Tavares überraschend zurückgetreten. Weniger als einen Monat nachdem der Vorstand ihm das Vertrauen ausgesprochen hatte, eskalierte die Situation. Grund dafür waren laut vertraulichen Quellen die als unrealistisch oder destruktiv empfundenen Zielsetzungen des Konzernchefs.
Schon seit Oktober war bekannt, dass Tavares' konfrontativer Stil bei Lieferanten, Händlern und Gewerkschaften auf Unmut stieß. Doch erst im November erreichten die Differenzen zwischen ihm und dem Vorstand einen Höhepunkt. Mitglieder wie Exor, die Peugeot-Familie und Vertreter der französischen Regierung fühlten sich zunehmend durch Tavares' kompromisslose Kostensenkungsmaßnahmen beunruhigt. Diese Strategien führten zu Lieferkettenstörungen und Spannungen innerhalb der Organisation.
Besondere Brisanz gewann die Situation, als Tavares auf der Pariser Automobilausstellung offen die US-Führung des Unternehmens für fallende Absätze und steigende Lagerbestände verantwortlich machte. Dies verstärkte die Spannungen weiter, obwohl der Vorstand zunächst hinter ihm stand. Das Zusammentreffen von Reibungen auf mehreren Ebenen – zwischen dem CEO, dem Vorstand sowie den wichtigsten Aktionären – führte letztlich zu einer Trennung ohne einen geplanten Nachfolger.
Ein Szenario, das im völligen Gegensatz zu den ursprünglichen Succession-Plänen des Unternehmens steht, in denen eine Übergabe im Jahr 2026 vorgesehen war. Die Folge: Ein unerwarteter Rückzug von Tavares und ein merklicher Abverkauf der Stellantis-Aktien, das einst den viertgrößten Automobilhersteller der Welt prägte.

