Ukraine-Krieg

Pistorius verhandelt in Washington über Patriot-Deal

14. Juli 2025, 21:00 Uhr · Quelle: dpa
Verteidigungsminister Boris Pistorius reist in die USA
Foto: Kay Nietfeld/dpa
Der Verteidigungsminister auf dem Weg zu seinem ersten Besuch in Washington, seit Donald Trump US-Präsident ist.
Verteidigungsminister Boris Pistorius trifft sich mit seinem US-Amtskollegen, um über Unterstützung für die Ukraine und die Präsenz von US-Soldaten in Deutschland zu sprechen.

Berlin (dpa) - Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist in Washington eingetroffen, um dort mit seinem Amtskollegen Pete Hegseth über weitere Unterstützung für die Ukraine zu beraten. Dabei könnte eine konkrete Vereinbarung herausspringen: Deutschland will den USA zwei Patriot-Luftverteidigungssysteme abkaufen, um sie der Ukraine für den Abwehrkampf gegen Russland zur Verfügung zu stellen.

Pistorius sicherte zum Auftakt der Gespräche Hegseth zu, dass Deutschland weiterhin eine starke und verlässliche Rolle in der Nato-Allianz haben werde. Man sei fest entschlossen, sich am Aufbau eines leistungsfähigeren, zuverlässigeren und widerstandsfähigeren Europas zu beteiligen.

Auch die Wende von US-Präsident Donald Trump bei den Sanktionen gegen Russland dürfte eine Rolle spielen. Den Verbündeten Russlands hat er mit massiven Zöllen gedroht, falls es im Ukraine-Krieg in den nächsten 50 Tagen keinen «Deal» gebe.

Es ist Pistorius' erster Besuch in den USA seit dem Amtsantritt der Regierung von US-Präsident Donald Trump im Januar. Wenige Stunden vor seinem Abflug kündigte Trump an, Patriot-Waffensysteme für die Ukraine an die europäischen Verbündeten verkaufen zu wollen. «Für uns wird das ein Geschäft sein», sagte er. «Die EU zahlt dafür. Wir zahlen nichts, aber wir werden liefern.» Eins der Länder, das bereit ist zu zahlen, ist Deutschland. 

Wird Deutschland US-Waffen für die Ukraine kaufen?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits am Donnerstag bei der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Rom erstmals öffentlich die Bereitschaft Deutschlands erklärt, den USA Patriot-Flugabwehrsysteme abzukaufen, um sie dann in die Ukraine zu schicken. Dem Vernehmen nach geht es um zwei Systeme, ein weiteres soll von Norwegen finanziert werden. Die Ukraine hat den Bedarf auf insgesamt zehn Systeme beziffert.

Die Bundeswehr hat der Ukraine bisher drei Patriot-Systeme abgetreten. Außerdem wurden weitere Luftverteidigungssysteme wie Iris-T und der Flugabwehrpanzer «Gepard» aus Deutschland geliefert. Die Unterstützung über einen Ankauf aus den USA wäre nun ein neuer Weg der Unterstützung. 

Bleiben 38.000 US-Soldaten in Deutschland?

Die Hilfe für die Ukraine ist aber bei weitem nicht das einzige Thema der Washington-Reise des Verteidigungsministers. Es dürfte auch um die weitere Präsenz der 38.000 US-Soldaten in Deutschland gehen. In seiner ersten Amtszeit hatte Trump eine drastische Reduzierung der Truppe geplant. Beim Besuch von Merz im Weißen Haus Anfang Juni war davon aber keine Rede mehr. Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten haben wolle, sei er dazu bereit, versicherte Trump. «Das ist kein Problem.» 

Kommen die US-Mittelstreckenraketen nach Deutschland?

Unklar ist dagegen, ob Trump auch bereit ist, an der von seinem Vorgänger Joe Biden versprochenen Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland festzuhalten. Biden hatte Deutschland beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern zugesichert, die weit bis nach Russland reichen. Außerdem sollen Luftabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen geliefert werden. 

Wie geht es mit den F-35-Kampfjets weiter?

Auch ein wichtiges Rüstungsprojekt der Bundeswehr dürfte in Washington eine Rolle spielen. Die Luftwaffe hat 35 Kampfjets vom Typ F-35 im Wert von zehn Milliarden Euro bei der US-Firma Lockheed Martin bestellt. Sie sollen ab kommendem Jahr ausgeliefert und auch für die nukleare Abschreckung der Nato vorgehalten werden. Das heißt, sie würden im Ernstfall die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen abwerfen.

Keine 24 Stunden in Washington

Pistorius wird am späten Vormittag (Ortszeit) in Washington erwartet, das Treffen mit Hegseth ist für 20.00 Uhr deutscher Zeit geplant. Der Verteidigungsminister wird keine 24 Stunden in den USA bleiben. Schon am Dienstagmorgen geht es nach Berlin zurück.

Verteidigung / Bundeswehr / USA / Deutschland
14.07.2025 · 21:00 Uhr
[6 Kommentare]
Darts-WM in London
London (dpa) - Luke Littler brüllte all seine Freude heraus, dann versteckte er emotional überwältigt seinen Kopf hinter seinen Händen. Das 18 Jahre junge Wunderkind hat den Darts-Thron in London eindrucksvoll verteidigt und ist zum zweiten Mal zum WM-Titel gestürmt. Der junge Engländer dominierte das Finale beim 7: 1-Sieg gegen den chancenlosen Europameister Gian van Veen aus den Niederlanden. […] (05)
vor 16 Minuten
Dieter Bohlen
(BANG) - Dieter Bohlen schätzt an seiner Ehefrau ganz bestimmte Eigenschaften. Der Pop-Titan hat mit seiner langjährigen Partnerin Carina Walz vor wenigen Tagen den nächsten großen Schritt gewagt: Nach fast 20 Jahren Beziehung gaben sie sich an Silvester auf den Malediven das Jawort. Doch was macht Carina für den 71-jährigen Musikproduzenten so besonders? Offenbar wusste Bohlen bereits lange bevor […] (01)
vor 6 Stunden
Review: SwitchBot Smart Heizkörperthermostat-Panel im Test
Mit dem SwitchBot Smart Radiator Thermostat Panel (Matter Combo) präsentiert SwitchBot eine besonders durchdachte Lösung für modernes, intelligentes Heizen. Das System richtet sich an alle, die ihre Heizkosten senken, den Wohnkomfort steigern und gleichzeitig ihr Zuhause zukunftssicher in ein Smart-Home-Ökosystem integrieren möchten – ohne komplizierte Umbauten oder Eingriffe in die bestehende […] (00)
vor 6 Stunden
Resident Evil Requiem knackt 4 Millionen auf der „Wunschliste“
Der Countdown läuft und die Zahlen sprechen dabei eine klare Sprache für das kommende Capcom-Highlight. Resident Evil Requiem hat noch vor dem Release eine beeindruckende Marke erreicht: über vier Millionen Wunschlisten-Einträgen weltweit. Für Capcom ist das nicht nur ein starkes Signal, sondern ein deutliches Zeichen dafür, wie groß die Erwartungen an den nächsten großen Serienableger sind. Die […] (00)
vor 1 Stunde
Kate Winslet
(BANG) - Kate Winslet ist noch immer schockiert darüber, dass sie tatsächlich selbst Regie bei einem Film geführt hat. Die 50-jährige Schauspielerin gab mit 'Goodbye June' ihr Regiedebüt. Das Familiendrama wurde von ihr gemeinsam mit Joe, dem 22-jährigen Sohn ihres Ex-Partners Sam Mendes, geschrieben. Kate gab zu, dass es für sie kaum zu fassen sei, dass sie nun ihren eigenen Film realisiert hat. […] (00)
vor 6 Stunden
Johan-Olav Botn
Oberhof (dpa) - Der norwegische Gesamtweltcupführende Johan-Olav Botn und sein Teamkollege Sturla Holm Laegreid verpassen den Biathlon-Weltcup in Oberhof. Beide sind krank und daher nicht wettkampffähig, wie der norwegische Biathlon-Verband mitteilte. Stattdessen rücken Sverre Dahlen Aspenes und Martin Nevland, der sein Weltcup-Debüt feiert, ins norwegische Aufgebot.  «Ich hätte sehr gerne […] (01)
vor 3 Stunden
Nach der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat US-Präsident Donald Trump auf einer Pressekonferenz bedeutende wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusagen für das südamerikanische Land angekündigt. Trump stellte in Aussicht, dass große US-Ölkonzerne Milliardenbeträge investieren werden, um die stark in Mitleidenschaft gezogene Öl-Infrastruktur Venezuelas zu modernisieren. Dies […] (00)
vor 27 Minuten
Marktlücke trifft Milliardenmarkt: LIR Life Sciences setzt zum Durchbruch an
Lüdenscheid, 03.01.2026 (PresseBox) - LIR Life Sciences Corp. (ISIN: CA50206C1005 | WKN: A41QA9), LIR Life Sciences oder das Unternehmen, freut sich bekannt zu geben, dass der innovative Ansatz des Unternehmens, der sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich überzeugt, Barrieren in der Adipositastherapie überwinden kann – sei es durch einfachere Anwendung, bessere Verträglichkeit oder niedrigere […] (00)
vor 6 Stunden
 
Die Europäische Kommission vermeldet einen signifikanten Anstieg der Abschiebungsrate innerhalb […] (00)
US-Präsident Donald Trump hat überraschend die Möglichkeit einer „deutlich größeren Welle“ von […] (03)
Logo der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag (Archiv)
Berlin - Die Unionsfraktion ist in ihrer Reaktion auf den US-Angriff auf Venezuela gespalten. […] (00)
Donald Trump (Archiv)
Washington/Caracas - US-Präsident Donald Trump hat den Angriff der USA auf die venezolanische […] (01)
M5 Vision Pro soll nur wenig Auswirkungen auf Umsatz haben
Im Herbst 2025 kam das M5 Vision Pro AR/VR-Headset auf den Markt und laut einem Bericht wirkt sich […] (00)
Ski nordisch/Skispringen: Vierschanzentournee, Weltcup
Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die Dominanz von Domen Prevc nehmen die deutschen Skispringer mit […] (02)
KI ohne Rechenzentren: Ein Infrastrukturmodell gerät ins Wanken
Das rapide Wachstum von Anwendungen künstlicher Intelligenz hat den Bedarf an enormen […] (01)
Primetime-Check: Donnerstag, 1. Januar 2026
Wie erfolgreich war «Das Traumschiff» im ZDF? Punktete VOX mit vier Stunden «Titanic»? Der Brennpunkt […] (00)
 
 
Suchbegriff