Pflanzenschutz im Zuckerrübenanbau: Notfallzulassung für Glasflügelzikaden-Bekämpfung
Im Zuckerrübenanbau Deutschlands bahnt sich eine gefährliche Bedrohung an. Die Schilf-Glasflügelzikade, ein Insekt, das Krankheitserreger überträgt, hat zu weitreichenden Maßnahmen vonseiten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geführt. Durch die Notfallzulassung mehrerer Pflanzenschutzmittel soll der Ausbreitung dieses Insekts Einhalt geboten werden. Diese Notfallentscheidung erlaubt es, bestehende, regulär zugelassene Produkte für einen begrenzten Zeitraum von 120 Tagen zur Bekämpfung der Zikade einzusetzen.
In verschiedenen deutschen Regionen zeigt sich ein neuartiger Krankheitskomplex, der durch zwei bakteriell bedingte Krankheiten charakterisiert ist. Die rapide Ausbreitung dieser Krankheiten durch die Glasflügelzikade, insbesondere in Zuckerrüben und anderen Kulturen, stellt für die Landwirtschaft eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Das Bundesamt, welches in Braunschweig ansässig ist, betonte die Schwierigkeit, die Erreger direkt zu bekämpfen, und mangelte an regulär zugelassenen Pflanzenschutzmitteln speziell gegen die Zikade.
Besonders besorgniserregend ist die Fähigkeit der Glasflügelzikade, sich über große Entfernungen zu verbreiten und dabei erhebliche Schäden an Zuckerrüben anzurichten. Thomas Schneider, Leiter der Pflanzenschutzmittelabteilung beim BVL, hebt hervor, dass durch die Zikadenschäden die Nutzbarkeit der Pflanzen für die Verarbeitung stark beeinträchtigt wird.
Regionale Anbauverbände, darunter auch das Landvolk Niedersachsen, haben die Dringlichkeit der Lage längst erkannt. Bereits im November hatten sie vor einer existenziellen Bedrohung des Anbaus gewarnt und die Zulassung von Pflanzenschutzmaßnahmen gefordert. Süddeutsche Bauern kämpfen bereits mit erheblichen Ertragseinbußen. Der Deutsche Bauernverband schließt sich den Forderungen nach gezieltem Einsatz von Insektiziden und speziellen Saatgutbehandlungen an, um den Fortbestand der Zuckerrübenproduktion zu sichern.

