Peking greift durch: Qualcomm unter der Lupe und neue Handelsmaßnahmen
Der chinesische Marktaufsichtsbehörde zufolge wird die Übernahme der israelischen Halbleiterfirma Autotalks durch den US-Chiphersteller Qualcomm auf mögliche Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz untersucht. Aktuell liegen hierzu jedoch keine näheren Erläuterungen vor. Qualcomm, dessen technische Komponenten in zahlreichen Mobilfunkgeräten zu finden sind, hatte die Übernahme im Juni bekanntgegeben. Diese Untersuchung fällt in eine Phase erhöhter Spannung zwischen den USA und China im andauernden Handelsstreit, kurz vor einem wichtigen Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping während des bevorstehenden Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgipfels in Südkorea. Es scheint, als wolle Peking seine Verhandlungsposition weiter stärken. Zusätzlich hat Chinas Transportministerium kürzlich höhere Hafengebühren für Handelsschiffe angekündigt, die entweder in den USA gebaut wurden, unter US-Flagge fahren oder zu mindestens 25 Prozent in amerikanischem Besitz sind. Diese Maßnahmen treten in Zusammenarbeit mit den von den USA ab dem 14. Oktober eingeführten Maßnahmen in Kraft. Des Weiteren verschärft Peking seine Exportkontrollen für seltene Erden, was globale Lieferketten vor neue Herausforderungen stellt und die Handelsbeziehungen zusätzlich belasten könnte. Jens Eskelund, der Präsident der EU-Handelskammer in China, betonte, dass europäische Unternehmen nun die rasche Genehmigung ihrer noch ausstehenden Exportlizenzanträge als dringlichstes Anliegen sehen.

