Palworld nach dem 1.0 Release: Warum es kein zweites No Man’s Sky wird
Palworld hat seit seinem Early-Access-Start eine bemerkenswerte Reise hinter sich – und während Pocketpair mit Hochdruck an der Version 1.0 arbeitet, stellt sich eine Frage, die die treue Spielergemeinde schon länger umtreibt: Wie geht es danach weiter? Publishing-Chef John Buckley hat sich nun offen dazu geäussert – und seine Antwort dürfte für angeregte Diskussionen sorgen, denn sie ist ehrlicher als das, was Fans vielleicht hören wollten.
Kein Jahrzehnt voller Mega-Updates
Viele Spieler hätten es sich gewünscht: Palworld als eine Art No Man’s Sky – ein Spiel, das Hello Games seit seinem katastrophalen Launch im Jahr 2016 durch unzählige kostenlose Großupdates in ein völlig anderes Erlebnis verwandelt hat und dabei nie aufgehört hat zu wachsen. Buckley erkennt diesen Wunsch an, dämpft aber zugleich die Erwartungen. Für Palworld sei ein derart langfristiger Supportzyklus schlicht nicht realistisch – und das hat weniger mit fehlendem Willen zu tun als mit dem grundlegenden Aufbau des Spiels selbst. Engine-Limitierungen spielen eine Rolle, aber vor allem ist es die lineare Fortschrittsmechanik, die einer schier endlosen Erweiterung im Weg steht. Irgendwann, so Buckley, erreiche man einen Punkt, an dem das Hinzufügen weiterer Level-Stufen das Spiel nicht bereichert, sondern aufbläht.
Das World of Warcraft Problem
Als Vergleich zog Buckley World of Warcraft heran, das im Laufe der Jahre mehrmals sogenannte Stat Squishes durchführen musste – also gezielte Reduktionen von Zahlenwerten wie Gesundheit, Schaden und Attributen, weil diese durch jahrelanges Hinzufügen neuer Inhalte ins Absurde angewachsen waren. Genau dieses Problem drohe auch Palworld, wenn der lineare Progressionsbogen über Gebühr gestreckt wird. Ein Spiel ohne solche Fortschrittssysteme, erklärt Buckley, könnte theoretisch unbegrenzt weiterentwickelt werden – doch Palworld ist nun einmal so konstruiert, dass irgendwann Schluss sein muss. Was danach kommt, sei hingegen eine Frage, die das Team durchaus beschäftigt und auf die es noch keine abschliessende Antwort gebe.
Palworld 2.0 nicht ausgeschlossen
Überraschend offen äusserte sich Buckley zur Möglichkeit eines Palworld 2.0. Er schliesst es nicht aus, knüpft es aber an eine wichtige Bedingung: Die Erweiterungen müssten das Spiel nicht nur inhaltlich bereichern, sondern auch zugänglich und frisch bleiben – weder für Gelegenheitsspieler zur Last werden noch erfahrene Veteranen langweilen. Genau hier liege die eigentliche Herausforderung. Denn irgendwann stehe Pocketpair vor einer grundlegenden Weichenstellung: Entweder man findet Wege, Palworld weiterzuentwickeln und dabei die bekannten Probleme des Content-Überwuchses zu lösen – oder man beginnt, über etwas zu denken, das über Palworld hinausgeht. Letzteres wollte Buckley dabei bewusst nicht beim Namen nennen. Was jedoch feststeht: Aktuell richtet sich bei Pocketpair die gesamte Aufmerksamkeit auf den 1.0-Release, an dem hundert Prozent des Teams arbeiten. Das Monster-Zähmungs-Survival-Spiel ist derzeit im Early Access für PC, PlayStation 5, Xbox One sowie Xbox Series X/S verfügbar.


