Investmentweek

Palantir-Chef Alex Karp rechnet ab

30. September 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Alex Karp, CEO von Palantir, feiert den Einzug in den S&P 500, mahnt aber Deutschlands wirtschaftliche Schwächen an. Er plädiert für ehrliche Krisenbewältigung und stärkere Investitionen in KI und Sicherheit.

Der Mann, der keine Pausen kennt

Alex Karp hat allen Grund zum Triumphieren. Mit Palantir, dem von ihm 2003 mitgegründeten Softwarekonzern, hat er es in den S&P 500 geschafft – das globale Gütesiegel der Wall Street. Nach zwanzig Jahren roter Zahlen schreibt die Firma heute Milliardengewinne, ihr Börsenwert liegt bei 425 Milliarden Dollar. Damit ist Palantir schwerer als SAP, das deutsche Aushängeschild der Tech-Branche.

Doch Karp interessiert sich nicht für Schulterklopfen. Während Palantir weiter expandiert, blickt er mit wachsender Sorge nach Deutschland – dem Land, in dem er einst promovierte. Seine Diagnose: Die Bundesrepublik steckt in einer Krise, weigert sich aber, sie klar zu benennen.

„Sprecht endlich von Krise“

Beim KI WELT Summit fand Karp drastische Worte.

„Wenn Deutschland nicht handelt, verliert Europa sein industrielles Herz“, warnte er.

Sein Rezept: Ehrlichkeit, Härte, Mut – Tugenden, die er aus der Unternehmenswelt kennt und die er in der Politik vermisst.

Fünf unbequeme Wahrheiten legte er der versammelten Elite vor. Vor allem zweifelt er daran, dass die politische Klasse selbst den Kurswechsel schafft. Statt Beamten und Beratern brauche es Unternehmer, die bewiesen haben, dass sie Weltkonzerne bauen können. „Nur wer es selbst gemacht hat, kann den Weg weisen“, sagt Karp und nennt namentlich SAP-Chef Christian Klein.

Sonderzonen statt Stillstand

Um Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen, fordert Karp „technologische Sonderzonen“: Gebiete, in denen Innovation Vorrang vor Bürokratie hat. Dort soll Meritokratie gelten, mit längeren Arbeitszeiten, flexibleren Regeln für Einstellungen und Entlassungen. „Man baut kein Weltklasse-Tech mit Acht-Stunden-Tagen und unkündbaren Mitarbeitern“, so sein Seitenhieb.

Von einem deutschen „Silicon Valley“ hält er nichts. Statt kopieren solle Deutschland auf eigene Stärken setzen: industrielle KI für Autos, Chemie, Maschinenbau und Pharma.

Energiepolitik als Schwachstelle

Besonders hart geht Karp mit der Energiepolitik ins Gericht. Die Abkehr von der Kernkraft nennt er kulturell nachvollziehbar, ökonomisch aber verheerend. Billige Energie sei das Fundament industrieller Stärke – und genau das habe Deutschland verspielt.

Politische Kräfte hätten die Naturverbundenheit der Deutschen missbraucht, um von fehlenden Konzepten in Wirtschaft und Technologie abzulenken.

Migration und Sicherheit

Auch die Einwanderungspolitik betrachtet Karp kritisch. Falsch gesteuerte Migration gefährde kulturelle Stärken wie Präzision, Ingenieurstradition und Regelbewusstsein.

Beim Thema Sicherheit fordert er ein Ende deutscher Zurückhaltung. „Frieden gibt es nur, wenn man auch gefährlich wirkt“, sagt er. Deutschland müsse in Rüstung und militärische Technologien investieren, statt sich hinter Pazifismus zu verstecken.

Palantir als deutsches Kapitel

Palantir sieht Karp selbst als Beweis, dass deutsche Tugenden global erfolgreich sein können. Daten zu veredeln, sei nichts anderes als das, was die deutsche Industrie einst mit Stahl oder Chemie tat: aus Rohstoffen Wert schaffen.

Doch während Palantir floriert, lähme sich Deutschland durch politische Fehlentscheidungen selbst. „Die Welt braucht ein starkes Deutschland – aber Deutschland muss es auch selbst wollen“, lautet sein Fazit.

Kontroversen bleiben

Ganz unumstritten ist Karp nicht. Palantirs Software wird auch von Sicherheitsbehörden genutzt, etwa in Hessen, wo sie unter dem Namen „Hessendata“ im Einsatz ist. Datenschützer und Bürgerrechtler kritisieren den Konzern seit Jahren. Karp aber sieht gerade darin einen Beleg, dass Palantir Antworten liefert, wo der Staat oft überfordert ist.

Karps Appell

Karps Worte sind nicht nur eine Analyse, sondern ein Aufruf. Deutschland, sagt er, müsse aufhören, die Lage zu beschönigen – und sich aus seiner selbst auferlegten Blockade befreien. Nur dann könne es im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz bestehen.

Seine Botschaft ist unmissverständlich: „Sprecht endlich von Krise – sonst verliert ihr die Zukunft.“

Finanzen / Unternehmen / Alex Karp / Palantir / Deutschland
[InvestmentWeek] · 30.09.2025 · 10:00 Uhr
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