Organspende: CSU fordert verpflichtende Eintragung ins Register
Um dem Mangel an Spenderorganen entgegenzuwirken, sollen Bürgerinnen und Bürger nach Vorstellungen der CSU verpflichtend ihre Haltung in das geplante Organspenderegister eintragen müssen. Dies geht aus einem Brief des CSU-Gesundheitspolitikers Stephan Pilsinger an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach dem Vorschlag von Pilsinger sollen Versicherte, die dieser Aufforderung trotz ausreichender Frist nicht nachkommen, einen zusätzlichen monatlichen Krankenkassenbeitrag von 10 Euro entrichten, bis sie sich ins Register eingetragen haben.
Die Einrichtung eines Organspenderegisters war bereits im Jahr 2020 beschlossen worden und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2024 starten. Aktuell werden abschließende Testläufe durchgeführt, die voraussichtlich bis Ende Februar oder Anfang März abgeschlossen sein sollen, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mitteilte. Im Register sollen Bürger ihre Erklärungen zur Spendebereitschaft online speichern können. Zudem ist geplant, dass alle Bürgerinnen und Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema angesprochen werden sollen.
Eine weitere Maßnahme, die Pilsinger vorschlägt, ist die zweifache schriftliche Aufforderung aller Krankenkassen an ihre Versicherten, ihren Willen zur Organspende zu dokumentieren. Dabei soll man neben einer Bereitschaft zur Organspende und einer Ablehnung auch die Option "Ich kann mich nicht entscheiden" angeben können. Pilsinger betont, dass es Menschen gebe, die aufgrund ihrer geistigen Fähigkeiten oder psychischen Lage keine selbstbestimmte Entscheidung treffen könnten.
Die vorgeschlagene Sanktionierung stößt jedoch auf skeptische Reaktionen seitens der Krankenkassen. Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands äußerte Zweifel, ob monatliche Strafzahlungen und der damit verbundene bürokratische Mehraufwand der richtige Ansatz seien. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, fordert hingegen die Umsetzung der bereits gefassten Beschlüsse und kritisiert, dass das Online-Organspenderegister noch immer nicht gestartet sei.
Nach den Vorstellungen von Stephan Pilsinger soll nicht nur bei den Krankenkassen, sondern auch bei Apotheken, Ärzten, Zahnärzten sowie zu Hause online eine Eintragung ins Register möglich sein.
In Deutschland warten derzeit rund 8.400 Menschen auf ein oder mehrere Organe, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation berichtet. Im vergangenen Jahr haben 965 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, 96 mehr als im Vorjahr. (eulerpool-AFX)

