Bitcoin-Befürworter setzt auf Anleihen in unerwarteter Wendung

Das Unternehmen hält derzeit 843.738 BTC im Wert von rund $65 Milliarden und ist damit einer der größten institutionellen Bitcoin-Inhaber weltweit. Der Erwerb dieser Bestände kostete etwa $63 Milliarden, was zu einem nicht realisierten Gewinn von etwa $1,50 Milliarden führt.
Eine kurze Pause, kein Rückzug
Michael Saylor überraschte diese Woche den Kryptomarkt mit einer unerwarteten Ankündigung. Der Executive Chairman bestätigte, dass das Unternehmen Anleihen gekauft hat, anstatt seine Bitcoin-Bestände zu erweitern. Er schrieb auf X, dass „the BitVac is charging“ – ein Hinweis darauf, dass die Pause nur vorübergehend ist und die Kaufstrategie bald wieder aufgenommen wird.
Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der das Unternehmen plant, rund $1,5 Milliarden an ausstehenden 0%-Wandelanleihen, die 2029 fällig werden, zurückzukaufen. Berichten zufolge erwartet das Unternehmen, etwa $1,38 Milliarden in bar zu zahlen, wobei es auf bestehende Reserven, Aktienverkäufe über sein At-the-Market-Programm und möglicherweise den Verkauf von Bitcoin zurückgreifen könnte, um die Kosten zu decken.
Schuldenabbau und Auswirkungen auf die Aktionäre
Der Rückkauf der Schulden zu einem Rabatt hat direkte Auswirkungen auf die Aktionäre. Weniger ausstehende Wandelanleihen bedeuten eine geringere potenzielle Verwässerung durch zukünftige Aktienumwandlungen, was wiederum den Bitcoin-Anteil pro Aktie der MSTR-Aktie erhöht.
Die letzte große Bitcoin-Akquisition des Unternehmens umfasste den Kauf von 24.869 BTC für etwa $2 Milliarden, finanziert durch den Verkauf von STRC-Perpetual-Preferred-Aktien und MSTR-Aktien. Berichten zufolge wurden keine Bitcoin verkauft, um die Anleihenkäufe dieser Woche zu finanzieren, sodass die BTC-Bestände des Unternehmens unverändert bleiben.
MSTR-Aktien stehen unter Druck. Die Ankündigung beruhigte die Investoren nicht, die bereits durch jüngste Verkäufe innerhalb des Unternehmens verunsichert waren. Die MSTR-Aktie schloss am Freitag mit einem Minus von 3% bei $159,89 und fiel in der vergangenen Woche um mehr als 5%. Berichten zufolge trugen Aktienverkäufe des CFO Andrew Kang und des Direktors Jarrod Patten zum Druck auf die Aktie bei.
Saylor beschreibt seinen Ansatz seit langem als „Bitcoin forever“, und das Unternehmen hat Milliarden durch verschiedene Finanzinstrumente aufgebracht, um weiterhin Bitcoin zu kaufen. Durch die vorübergehende Zurückhaltung bei neuen Käufen zur Bereinigung der Schuldenlage scheint das Unternehmen seine Bilanz für die nächste Runde der Akkumulation vorzubereiten, anstatt sich von der Strategie abzuwenden.

