Optimismus bei Berenberg: Deutschland auf Wachstumskurs
Die Berenberg Bank prophezeit Deutschland verbesserte Wachstumschancen. Chefvolkswirt Holger Schmieding erläuterte in Frankfurt, dass Investitionen in die Infrastruktur sowie Strukturreformen den wirtschaftlichen Aufwärtstrend nachhaltig unterstützen. Das Wachstumspotenzial soll sich von 0,4 auf 0,8 Prozent erhöhen, was eine gesteigerte Wirtschaftsleistung ohne anziehende Inflation ermöglicht.
Das Bruttoinlandsprodukt wird voraussichtlich in diesem Jahr um 0,3 Prozent und im kommenden Jahr um 1,2 Prozent wachsen. Die neue Bundesregierung hat ein schuldenfinanziertes Infrastrukturpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro geschnürt und die Schuldenbremse für militärische Ausgaben teilweise gelockert. Durch das erhöhte Wachstumspotenzial dürfte das Haushaltsdefizit in den kommenden Jahren bei drei Prozent der Wirtschaftsleistung konstant bleiben.
Eine Eskalation im Zollstreit mit den USA könnte diesen Trend jedoch gefährden, wobei Schmieding davon ausgeht, dass dies nicht eintreten wird. Er betont, dass Zölle das Wachstum belasten und die Inflation in den USA anheizen. Das Trendwachstum in den Vereinigten Staaten wird von 2,0 auf 1,6 Prozent prognostiziert, bleibt damit aber doppelt so hoch wie das in Deutschland.
Schmieding erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins stabil bei zwei Prozent belässt, da die Konjunkturerholung keine weiteren Zinssenkungen erfordert. Mittelfristig könnte sich der Leitzins auf drei Prozent einpendeln. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften führt zu Lohnsteigerungen und einem erhöhten Inflationsdruck.

