Opec+ öffnet Ölhähne: Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt
Die Verbraucher können sich in den letzten Monaten über sinkende Ölpreise freuen. Insbesondere das für Europa wesentliche Nordsee-Rohöl Brent verzeichnete seit Januar einen Preisrückgang von rund zehn Prozent. Ursächlich hierfür ist unter anderem der jüngste Opec+-Beschluss, die zuletzt eingeführte Förderbeschränkung zurückzunehmen. Ab dem 1. April wollen die acht Ölexportstaaten der Gruppe Opec+ ihre täglichen Fördermengen wieder schrittweise erhöhen. Diese Entscheidung überrascht die Märkte und hat initial für einen deutlichen Preisabfall gesorgt, wobei sich die Preise im März langsam wieder stabilisiert haben.
Die schrittweise Beendigung der Förderbeschränkung fällt in eine Phase der saisonalen Entspannung auf dem Heizölmarkt, was die Preisentwicklung im Herbst erneut in den Fokus rücken könnte. Laut Barbara Lambrecht von der Commerzbank wird das steigende Ölangebot voraussichtlich Druck auf die Preise ausüben. Christian Laberer vom ADAC sieht durch die geplante Förderausweitung eine Begrenzung der Preissenkungen an den Zapfsäulen: Der Ölpreis könne wegen globaler Marktmechanismen zwar sinken, dies müsse jedoch von den Mineralölkonzernen an die Verbraucher weitergegeben werden.
Einfluss auf die Ölpreise haben auch geopolitische Faktoren. Die aggressive Handelspolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump und seine mehrfachen Forderungen nach sinkenden Ölpreisen üben Druck auf die Märkte aus. Auch das amerikanische Vorgehen gegen den Iran zeigt Wirkung, insbesondere durch Sanktionen, die die Ölverarbeitung in China betreffen. In Russland bleibt das Ölgeschäft eine zentrale Finanzierungsquelle, die trotz westlicher Bemühungen, die Einnahmen aus Rohöllieferungen zu begrenzen, weiterhin nach Indien und China floriert. Im März erreichten die russischen Exporte von Rohöl ihren höchsten Stand sei Oktober. Die durch die Opec+ gesteigerte Fördermenge könnte, falls der Preisabschlag begrenzt bleibt, den russischen Einnahmen zugute kommen.

