Ölpreissteigerungen nach Eskalation im Nahen Osten – Experten warnen vor weiteren Risiken
Seitdem die militärischen Spannungen zwischen Israel und Iran ausgebrochen sind, haben die Ölpreise markant um etwa 8% zugelegt. Die Wall Street zeigt sich besorgt darüber, dass ein destabilisiertes Iran – einer der bedeutendsten Ölproduzenten der Welt – zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Preise ausüben könnte.
Zur Wochenmitte verringerte sich der Anstieg der West Texas Intermediate Futures, wobei diese sich in einem volatilen Marktumfeld nahe der 74-Dollar-Marke bewegten. Auch Brent Crude, die internationale Benchmark, hielt sich stabil bei rund 75 Dollar pro Barrel.
Die schwankenden Preise sind eine direkte Reaktion auf den Konflikt im Nahen Osten und der Möglichkeit einer stärkeren Einmischung der USA. Bemerkenswert ist, dass sich Ex-Präsident Trump kürzlich in sozialen Netzwerken äußerte, er erwäge die Teilnahme an der Auseinandersetzung mit dem Ziel, das iranische Atomprogramm und die Führung des Landes ins Visier zu nehmen.
Daniel Dicker, Gründer des Newsletters „Energy Word“, äußerte seine Bedenken darüber, inwiefern die USA die Konfliktlage weiterhin beeinflussen könnten. Der Verlauf der Situation bleibe unberechenbar.
Analysten von JPMorgan weisen darauf hin, dass geopolitische Ölkrisen oft nur temporäre Auswirkungen auf den Ölpreis haben. Langfristige Preisanstiege könnten jedoch bei Regimewechseln in ölproduzierenden Ländern auftreten, da diese gravierende Veränderungen in Politik und Produktion nach sich ziehen können.
Seit 1979 gab es acht bedeutende Regimewechsel in solchen Staaten, wobei die Preise im Schnitt stark anstiegen. Aktuell bleibt die Versorgung durch Iran, den viertgrößten Produzenten der OPEC+, trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen unvermindert.
OPEC hatte zuvor die Produktionsquoten erhöht, was Einfluss auf die aktuelle Preisdynamik haben könnte. Experten sind sich einig, dass falls die Konflikte sich nicht auf wichtige Öl-Infrastrukturen ausweiten, die derzeitige Preisentwicklung möglicherweise nur temporär ist.
Eine Schließung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölverkehrs fließt, könnte jedoch die Preise in neue Höhen katapultieren. Indes haben sich die Raten für Öltanker in der Region seit Beginn der Konflikte um etwa 50% erhöht, wie die Reederei TORM herausfand.

