Ölpreise zeigen Stabilität trotz geopolitischer Spannungen
Die zuletzt moderate Erholung der Ölpreise setzte sich zu Wochenbeginn in gedämpfter Form fort, da sich die Märkte am Freitag stabil zeigten. Der Kurs für ein Barrel der Nordseesorte Brent für die Oktoberlieferung notierte leicht höher bei 67,71 US-Dollar, ein Anstieg von vier Cent verglichen mit dem Vortag. Parallel stieg der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI um elf Cent und erreichte 63,62 Dollar.
Im Mittelpunkt der aktuellen Marktinteressen steht der internationale Konflikt zwischen den USA und Indien. Trotz erheblicher Kritik aus Washington importiert Indien weiterhin umfangreiche Mengen an russischem Öl. US-Wirtschaftsberater Peter Navarro äußerte erneut seine Missbilligung und prognostizierte eine Verdopplung der US-Importzölle auf indische Waren auf 50 Prozent am 27. August. Dieser Schritt beansprucht den fokussierten Blick der Anleger, während Navarro Indien vorwirft, unwürdigerweise von reduzierten Ölpreisen zu profitieren.
Zusätzlich blicken Marktteilnehmer mit Spannung auf das anstehende Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, USA. Hier erwarten sie insbesondere Hinweise von Fed-Chef Jerome Powell auf mögliche Zinssenkungen im September, die die US-Wirtschaft stärken und dadurch die Ölnachfrage stützen könnten.
Barbara Lambrecht, Expertin der Commerzbank, zeigt sich jedoch skeptisch bezüglich einer nachhaltigen Erholung der Ölpreise. In ihrem jüngsten Kommentar warnt sie vor der Gefahr einer signifikanten Überversorgung in der zweiten Jahreshälfte, was zu einem weiteren Anstieg der globalen Ölvorräte führen könnte. Besonders China verzeichnet hier beträchtliche Zuwächse, während sowohl die Opec+ als auch Nicht-Opec-Länder wie die USA ihre Produktionskapazitäten steigern.

