Ölpreise im Sinkflug: Spekulationen um Opec+ Beratungen
Die Ölpreise setzen ihre Talfahrt fort, nachdem sie am Donnerstag erneut nachgegeben haben. Die Nordseesorte Brent notierte zuletzt bei 64,81 US-Dollar pro Barrel, was einem Rückgang um 54 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch die US-Sorte WTI fiel im Preis um 55 Cent auf 61,22 US-Dollar pro Barrel. Seit Wochenbeginn ist damit ein Rückgang um über vier Dollar zu verzeichnen.
Angespannt blicken Anleger auf das bevorstehende Wochenende, an dem Beratungen einiger Mitglieder von Opec+ erwartet werden. Die Marktteilnehmer spekulieren über eine mögliche Erhöhung des Angebots des Ölkartells ab November. Obwohl die Opec betont, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde, hält Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht einen größeren Schritt nicht für ausgeschlossen. Dies sei vor dem Hintergrund der nach wie vor vergleichsweise hohen Ölpreise und Saudi-Arabiens Bestreben, seine Marktanteile zu steigern, denkbar. Eine moderate Erhöhung um lediglich 137.000 Barrel pro Tag könnte dennoch zu einem leichten Anstieg der Preise führen.
Der Markt wird zusätzlich durch eine schwache Nachfrage und gleichzeitig reichhaltigem Angebot beeinflusst. Priyanka Sachdeva, Ölanalystin beim Broker Phillip Nova Pte in Singapur, sieht dies als Hinweis auf ein bevorstehendes Überangebot im kommenden Jahr. Unterstützt wird diese Annahme durch die zuletzt gestiegenen Rohöllagerbestände in den USA, die auf eine Übersättigung des Marktes hindeuten.

