Ölpreise im Sinkflug: Markt zeigt sich besorgt über drohendes Überangebot
Die Ölpreise erlebten zum Wochenschluss einen deutlichen Rückgang und fielen auf den tiefsten Stand seit Mai dieses Jahres. Ein Barrel der Nordseeölsorte Brent zur Lieferung im Dezember notierte bei 60,76 US-Dollar, was einer Reduktion von 30 Cent gegenüber dem Vortag entspricht. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte WTI zur Lieferung im November sank um 26 Cent auf 57,20 Dollar. Zwischenzeitlich bewegte sich der Preis für Brent-Öl sogar auf 60,50 Dollar je Barrel nach unten, während der WTI-Preis bis auf 56,91 Dollar abrutschte.
Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank identifiziert die jüngsten Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China als einen zentralen Faktor für den Verfall der Ölpreise. Insbesondere Pekings Entscheidung, Exportbeschränkungen auf Seltene Erden zu verhängen, schürte Sorgen. Die beiden Nationen sind die größten Ölverbraucher weltweit und repräsentieren gemeinsam mehr als ein Drittel der globalen Ölnachfrage.
Zusätzlichen Preisdruck verursachte die Aussicht auf ein umfangreiches Überangebot im kommenden Jahr. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte in ihrem jüngsten Bericht einen Überschuss von durchschnittlich vier Millionen Barrel pro Tag. Des Weiteren trugen gestiegene Ölreserven in den USA zur Abwärtsbewegung bei. Jüngste Daten zeigen, dass die Rohöllagerbestände um 3,5 Millionen auf 423,8 Millionen Barrel anwuchsen, während Analysten einen Rückgang erwartet hatten.
Ebenso wurden die Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin von den Anlegern genau beobachtet. Nach einem Telefonat der beiden Staatschefs deutete Trump an, bald ein persönliches Treffen in Budapest in Erwägung zu ziehen, was als ein weiteres Element der Unsicherheit auf dem Markt wahrgenommen wird.

