Ölpreise im Aufwind: Indiens Perspektivwechsel sorgt für Bewegung
Die Ölpreise haben am Donnerstag einen Aufwärtstrend verzeichnet. Analysten führen diesen Anstieg auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zurück, demzufolge Indien beabsichtigt, seine Ölimporte aus Russland einzustellen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kletterte auf 62,64 US-Dollar und legte damit um 73 Cent binnen eines Tages zu. Parallel dazu stieg der Preis eines Barrels der US-Sorte WTI zur Novemberlieferung um 72 Cent auf 59,99 US-Dollar.
Präsident Trump bekräftigte Aussagen des indischen Premierministers Narendra Modi, der erklärte, dass Indien künftig kein russisches Öl mehr beziehen werde. Für Russland, dessen Einnahmen aus Energiegeschäften eine zentrale Rolle in der Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine spielen, könnte dies gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Aktuell ist der Kreml laut Experten gezwungen, Rohöl mit deutlichen Preisreduktionen nach Indien zu exportieren. Mukesh Sahdev, ein Analyst des australischen Analysehauses Xanalysts, hob hervor, dass Indien in den letzten Monaten dreimal so viel Öl aus Russland wie aus den Vereinigten Staaten importiert hat. Bei einem geplanten Importstopp müsse Indien zwangsläufig nach alternativen Lieferanten suchen und sich möglicherweise verstärkt dem Nahen Osten zuwenden.
Trotz eines signifikanten Anstiegs der US-amerikanischen Ölreserven konnte der Preisauftrieb nicht gebremst werden. Laut Angaben des American Petroleum Institute (API) stiegen die Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 7,4 Millionen Barrel an. Solche Zuwächse führen in der Regel zu einem Preisdruck auf dem Ölmarkt. Die Veröffentlichung der offiziellen Lagerdaten durch die US-Regierung am Nachmittag könnte zusätzliche Impulse auf dem globalen Energiemarkt geben.

