Ölpreise bleiben unter Druck – Marktbeobachter blicken auf Fördermengen
Die Preise für Rohöl sind am Dienstag erneut gesunken, wenn auch die Verluste gegen Ende des Handelstags etwas gemildert wurden. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember verzeichnete einen Rückgang um 94 Cent auf 64,68 US-Dollar pro Barrel. Die amerikanische WTI-Sorte fiel um 87 Cent auf 60,44 Dollar und blieb somit ebenfalls unter dem Vortagesniveau.
Der jüngste Preisverfall steht im Kontrast zu den vergangenen Bewegungen auf dem Ölmarkt, die von den geopolitischen Entwicklungen um die US-Sanktionen gegen Russland beeinflusst wurden. Diese haben in der vergangenen Woche zu einem zwischenzeitlichen Anstieg des Brent-Preises um etwa vier Dollar geführt.
Die Marktteilnehmer richten nun ihren Fokus auf neue Entwicklungen im Förderland Irak, das seine Produktionsmenge erhöhen möchte. Irak plant, gemäß seiner Opec-Beschlüsse, die bereits gewährte Fördermenge weiter zu steigern.
Der Commerzbank-Experte Carsten Fritsch kommentierte, dass dieser Schritt vorhersehbar war, da der aktuelle Öl-Export des Landes bei 3,6 Millionen Barrel liegt, also etwa 200.000 Barrel mehr pro Tag als im Vormonat. Durch die zunehmenden Fördermengen rücken Befürchtungen über ein ausgeprägtes Überangebot wieder verstärkt in den Blickpunkt. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte jüngst auf Anzeichen einer Überversorgung auf dem globalen Ölmarkt hingewiesen.

