Ölpreis stabilisiert sich nach dreitägigem Anstieg: Trump droht mit neuen Sanktionen
Die Ölpreise zeigten sich nach einem dreitägigen Aufwärtstrend stabil, während Anleger die jüngsten Äußerungen von Donald Trump zur Russland-Politik in Betracht zogen. Der frühere US-Präsident äußerte Bedenken über das Eindringen Russlands in den polnischen Luftraum via sozialen Medien, was kurzzeitig einen Anstieg der Öl-Futures auslöste, da Investoren ihre Short-Positionen abdeckten. Der Brent-Ölpreis hielt sich am Donnerstag über 67 Dollar pro Barrel, nachdem er in der vorherigen Sitzung um 1,7% gestiegen war, während West Texas Intermediate nahe bei 64 Dollar notierte.
Zusätzlich verstärkte die Europäische Union den Druck auf Moskau. In einer offiziellen Erklärung kündigte die EU an, die Sanktionen gegen Russland und seine Unterstützer "erheblich" zu verschärfen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Das Eindringen in den polnischen Luftraum wurde als "aggressive und rücksichtslose Handlung" bezeichnet, die eine "ernsthafte Eskalation" darstelle.
Trump äußerte gegenüber EU-Beamten seine Bereitschaft, neue Zölle auf Indien und China zu erheben, die Hauptabnehmer von russischem Öl, um Moskau zu Verhandlungen mit der Ukraine zu zwingen – jedoch nur, wenn die EU ebenfalls diese Maßnahmen ergreift. Bisher hat Trump lediglich Neu-Delhi ins Visier genommen.
Mukesh Sahdev, Leiter der Rohstoffmärkte bei Rystad Energy, bemerkte, dass sich die westlichen Positionen gegenüber Russland verhärten und unvorhersehbare Aktionen erwartbar seien. Dies könne die Marktvolatilität weiter anheizen.
Trotz der jüngsten Entwicklungen bleibt der Ölpreis in diesem Jahr niedriger, wobei eine drohende Überversorgung bis Ende 2025 einen Abwärtsdruck ausübt. US-amerikanische Rohölbestände stiegen letzte Woche um 3,9 Millionen Barrel, liegen aber dennoch unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt, wie aus Regierungsdaten hervorgeht.

