Ölpreis im Sinkflug: Überschussängste und geopolitische Spannungen belasten Märkte
Die Ölpreise verzeichneten am Dienstag einen Rückgang und spiegelten die anhaltende Unsicherheit der Märkte wider. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Januar wurde zu 63,90 US-Dollar gehandelt, was einem Minus von 99 Cent im Vergleich zum vorherigen Handelstag entspricht. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Dezember fiel ebenfalls um 1,03 Dollar auf 60,02 Dollar.
Ein wesentlicher Faktor für den Preisverfall ist die Sorge vor einem Überangebot an Rohöl. Diese Befürchtungen wurden durch die Ankündigung der Opec+ genährt, die Produktion gegen Ende des Jahres erneut auszuweiten. Seit Jahresbeginn haben die Ölpreise deutlich nachgegeben; noch im Januar lag der Brentpreis bei über 80 Dollar. Laut Commerzbank könnten diese Sorgen auch im kommenden Jahr dominieren, insbesondere wenn keine sanktionierten Ausfälle eintreten und der Markt weiterhin ein Überangebot verzeichnet.
Unterstützung fanden die Preise zuletzt durch die US-Sanktionen gegen russische Produzenten. Auf einer Konferenz in Abu Dhabi äußerten führende CEOs der Ölindustrie Bedenken, dass die Auswirkungen dieser Sanktionen auf den Markt unterschätzt werden.
Der Fokus liegt auch auf dem anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Jüngste Drohnenangriffe der Ukraine richteten sich gegen russische Ölanlagen. Dabei kam es in der Stadt Sterlitamak in Baschkirien zu einer Explosion und mehreren Bränden in einem petrochemischen Werk.

