Ölpreis auf stabilem Hoch: Zinssenkung und Zollpolitik im Fokus
Der Rohölmarkt setzt seinen Aufwärtstrend fort, allerdings in moderaterem Tempo als in der Vorwoche. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Oktoberlieferung liegt nun bei 68,13 US-Dollar, was einem Anstieg von 40 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Ähnlich entwickelt sich die US-Sorte WTI, die um 45 Cent auf 64,11 Dollar je Barrel zulegte.
Die Finanzmärkte spekulieren vermehrt auf eine mögliche Zinssenkung durch die Fed bei ihrem kommenden Treffen im September. Diese Aussicht auf günstigere Finanzierungsbedingungen beflügelt den Appetit auf risikoreichere Anlagen, einschließlich Rohöl. Hintergrund dieser Einschätzung ist eine kürzlich gehaltene Rede von Fed-Präsident Jerome Powell beim Symposium in Jackson Hole, in der er unter anderem Risiken für den US-Arbeitsmarkt thematisierte.
In der vergangenen Woche konnte der Brent-Ölpreis bereits um fast drei Prozent zulegen, was auf die reduzierten US-Ölreserven zurückgeführt wird. Ein solches Absinken der Bestände in der weltgrößten Volkswirtschaft signalisiert ein geringeres Angebot und stützt üblicherweise die Preisentwicklung auf dem Ölmarkt.
Ein weiterer Faktor ist die US-amerikanische Zollpolitik. Ab Mittwoch wird Indien mit zusätzlichen Strafzöllen von 25 Prozent belegt, da das Land weiterhin bedeutende Mengen Öl aus Russland importiert. Insgesamt resultieren daraus Zölle von 50 Prozent. Eine Analyse der Commerzbank lässt jedoch vermuten, dass diese Maßnahmen indische Raffinerien nicht davon abhalten, russisches Öl zu beziehen.

