ÖPNV-Stillstand in Deutschland: Verdi-Warnstreik legt den Nahverkehr lahm
Ein ganztägiger Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr hat weite Teile Deutschlands lahmgelegt. In fast allen Bundesländern bleiben Busse, Straßen- und U-Bahnen bei kommunalen Verkehrsunternehmen in den Depots stehen. Nur Niedersachsen bleibt von dem Streik unberührt, da dort der aktuelle Tarifvertrag noch gilt und somit Streikmaßnahmen gemäß der Friedenspflicht ausschließt. Diese Regelung bietet den Tarifpartnern in Niedersachsen bis Ende März Planungssicherheit.
Für zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestaltet sich der Weg zur Arbeit heute besonders kompliziert, da sie trotz des Verkehrschaos pünktlich erscheinen müssen. Auch Schüler und ihre Eltern stehen vor der Herausforderung, rechtzeitig in die Bildungseinrichtungen zu gelangen. Da gefrierender Regen in einigen Regionen für Straßenglätte sorgt, wird die Lage zusätzlich erschwert.
Die Züge der Deutschen Bahn hingegen verkehren ohne Einschränkungen. Darunter fallen die Regional- und S-Bahnen in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München, die von Verdi nicht vertreten werden und somit nicht streikbedingt sind. Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bessere Arbeits- und Schichtzeiten, höhere Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit sowie eine kürzere Wochenarbeitszeit.
Annika Klose, arbeitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, unterstreicht im Fernsehen die tägliche Leistung der ÖPNV-Beschäftigten. Nur ein Streik wie dieser rücke ins Bewusstsein, wie essentiell ihre Arbeit sei. Andreas Schackert von Verdi warnt, dass ohne attraktivere Arbeitsbedingungen der Personalmangel im ÖPNV perspektivisch nicht behoben werden könne.
Arbeitnehmer und Schüler müssen trotz des Streiks ihre Verpflichtungen erfüllen, da das sogenannte "Wegerisiko" bei ihnen liegt. Weder der Ausfall öffentlicher Verkehrsmittel noch winterliche Wetterbedingungen entbinden von der Pflicht zur rechtzeitigen Ankunft. Rechtsanwälte mahnen zur Sorgfalt, denn die Schulpflicht der Kinder bleibt unverändert bestehen, unabhängig von der Streiksituation im Nahverkehr.

