Koreanische Krypto-Börsen führen einheitliches Abhebungssystem ein

Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde (FSC) und der Finanzaufsichtsdienst (FSS) haben in Zusammenarbeit mit der Digital Asset Exchange Association (DAXA) einheitliche Regeln für Abhebungen bei allen registrierten Krypto-Börsen eingeführt.
Einheitliches System für Krypto-Abhebungen
Ab sofort sind alle lokalen Krypto-Börsen verpflichtet, ein strenges, standardisiertes Abhebungsverzögerungssystem einzuführen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Schäden durch sogenannte Voice-Phishing-Betrügereien zu verhindern, die auf schnelle Transaktionen angewiesen sind. Die neuen Kriterien für Ausnahmen bei Abhebungsverzögerungen, die bisher anfällig für kriminellen Missbrauch waren, werden standardisiert. Konten, auf die diese Ausnahmen zutreffen, werden intensiv überwacht.
Diese Anfälligkeit entstand durch "börseninterne Schlupflöcher", die Betrüger ausnutzten. In vielen dieser Betrugsszenarien wird schmutziges Geld in ein Konto geleitet, schnell in Kryptowährungen umgewandelt und wieder abgezogen, bevor Ermittler es nachverfolgen oder sperren können.
Was die Änderung wirklich bedeutet
Seit Mai 2025 sind südkoreanische Börsen verpflichtet, Krypto-Abhebungen 24 bis 72 Stunden nach einer Einzahlung zurückzuhalten. Diese Verzögerung ermöglicht es Banken und Regulierungsbehörden, verdächtige Transaktionen zu erkennen und zu stoppen. Die Regeln beinhalten jedoch Ausnahmen, die auf Faktoren wie der Dauer der Kontoeröffnung, der bisherigen Aktivität, der Handelsgröße und etwaigem Fehlverhalten basieren. Bisher hat jede Börse diese Standards selbst festgelegt und angewendet.
In einigen Fällen wurden Konten mit minimalen Überprüfungen in die Ausnahmekategorie aufgenommen, was Betrügern ermöglichte, die Wartezeit zu umgehen und Gelder fast sofort abzuheben. Zwischen Juni und September 2025 befanden sich 59% der identifizierten betrugsbezogenen Börsenkonten in diesen "Ausnahme"-Kategorien, die die Verzögerung umgingen. Unter den neuen Standards sollen diese Ausnahme-Konten auf unter 1% der Nutzer reduziert werden. Börsen müssen auch die KYC-Überprüfungen, die Herkunft der Gelder und die Überwachung dieser Konten verschärfen.
Regulierungsbehörden beabsichtigen zudem, die Überprüfung von Ausnahme-Konten zu verschärfen, indem stärkere, wiederkehrende Kundenüberprüfungen eingeführt werden. Dazu gehört die routinemäßige Überprüfung der Herkunft der Gelder, mindestens einmal im Jahr. Zusätzlich wird ein neues System erforderlich sein, das Abhebungsmuster systematischer verfolgt und analysiert.
Um Unannehmlichkeiten zu minimieren, werden Ausnahmen weiterhin möglich sein, wenn sofortige Abhebungen tatsächlich erforderlich sind, beispielsweise zur Begleichung von Konten.
Marktauswirkungen
Diese neue Maßnahme ergänzt andere kürzlich eingeführte strenge koreanische Krypto-Regulierungen, wie KI-gestützte Transaktionsüberwachung und potenzielle frühzeitige Kontosperrungen bei Verdacht auf Manipulation. Alle neuen Nutzer und große frische Einzahlungen werden vorhersehbaren 24–72 Stunden "Abkühlungs"-Fenstern unterliegen, bevor sie Coins in Eigenverwahrung oder an ausländische Plattformen transferieren können, was schnelle Geldflüsse und Arbitrage-Aktivitäten dämpft.
Standardisierte Verzögerungen und strengere Ausnahmen erschweren es Betrugsringen, neue Konten über mehrere Börsen hinweg zu eröffnen, drängen jedoch auch anspruchsvolle Händler zu langfristigen Setups, Derivaten auf regulierten Plattformen oder nicht-koreanischen Liquiditätszentren.
Wenn das Modell funktioniert und die Betrugskennzahlen sinken, könnte das einheitliche Verzögerungssystem Koreas in anderen Hochrisiko-Jurisdiktionen als "Best Practice" für den Umgang mit betrugsanfälligen Einzelhandelsströmen übernommen werden.

