Ölpreise klettern angesichts der Iran-Krise und geopolitischer Spannungen
Die Ölpreise haben am Freitagnachmittag einen deutlichen Sprung gemacht und erreichten den höchsten Stand seit ungefähr einem Monat. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März stieg um 1,26 Dollar an, was einem Plus von über zwei Prozent entspricht, und notierte bei 63,25 Dollar. Auch das Barrel der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Februar erlebte einen Anstieg um 1,34 Dollar und stand bei 59,10 Dollar.
Besonders die verschärfte Lage im Iran treibt die Märkte um. Nach den stärksten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle sperrte der iranische Sicherheitsapparat das Internet für die Bevölkerung. Berichte über zahlreiche Todesopfer mehren sich, nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffnet haben sollen. Der Geheimdienst rief die Bevölkerung zur Meldung von vermeintlichen Zerstörern und Terroristen auf, die von ausländischen Mächten angeheuert worden sein sollen.
Zeitgleich führten die Ereignisse in Venezuela, wo US-Streitkräfte Nicolás Maduro gefangen genommen haben, zu einer allgemeinen Teuerung der Ölpreise. US-Präsident Donald Trump behauptet, Venezuela habe den USA Öl und andere Vermögenswerte genommen, die zurückgefordert werden müssten. Das südamerikanische Land verfügt über die größten bekannten Ölreserven weltweit, doch aufgrund des schlechten Zustandes der Förderanlagen und des wirtschaftlichen Drucks von Seiten der USA ist die tatsächliche Fördermenge gering.
Mittelfristig könnte Venezuela das globale Ölangebot jedoch steigern. Experten, darunter Analysten von Goldman Sachs, rechnen für das laufende Jahr mit einem Überangebot an Öl, das zu weiteren Preisrückgängen führen könnte. Im Vergleich zu Ende 2022, als der Brent-Preis bei etwa 85 Dollar lag, ist der aktuelle Preisanstieg nach den Höhen nach Beginn des Ukraine-Kriegs bemerkenswert aber auch von temporärer Natur.

