Ölpreise fallen: US-Lagerreserven drücken auf den Markt
Die Ölpreise haben am Donnerstag einen deutlichen Rückgang verzeichnet und ihre anfänglichen Verluste im Verlauf des Tages sogar erweitert. Ein Fass der Nordseesorte Brent, das zur Lieferung im März bereitsteht, sank auf 63,98 US-Dollar – ein Minus von 1,26 Dollar im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Ähnlich verhielt es sich mit dem US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI), dessen Preis um 1,12 Dollar auf 59,50 Dollar fiel.
Ein wesentlicher Grund für diesen Rückgang ist der Anstieg der Ölreserven in den USA. Der American Petroleum Institute (API) meldete in der vergangenen Woche einen Zuwachs der Rohölbestände um drei Millionen Barrel. Im Laufe des Tages werden zudem die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung erwartet, die erfahrungsgemäß zusätzlichen Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Eine Erhöhung der Reserven in der weltweit größten Volkswirtschaft lässt die Ölpreise in der Regel sinken.
Die Verluste ließen die Gewinne des Vortages verschwinden, während geopolitische Risiken in den Hintergrund rückten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor seine Drohung mit neuen Zöllen zurückgezogen und Rahmenbedingungen für ein mögliches Abkommen im Grönland-Streit akzeptiert. Seit Jahresbeginn waren es vor allem geopolitische Spannungen, die die Ölpreise in die Höhe getrieben hatten. Brent-Öl aus der Nordsee ist in dieser Zeit um mehr als drei Dollar je Barrel gestiegen. Besonders die angespannte Situation im Iran, verbunden mit der gewaltsamen Niederschlagung von Massenprotesten in dem wichtigen Ölförderland, hatte Befürchtungen über eine potenzielle Ausweitung der Konflikte in der Region des Persischen Golfs geschürt und die Preise nach oben getrieben.

