Nvidias nächster Machtzug: Warum der Groq-Kauf den KI-Markt verändert
Größte Nvidia-Übernahme seit Mellanox
Wie der US-Wirtschaftssender CNBC berichtet, will Nvidia Groq vollständig übernehmen und den Kaufpreis in bar begleichen. Sollte sich der Deal bestätigen, wäre es die größte Akquisition in der Geschichte des Konzerns seit der Übernahme von Mellanox Technologies im Jahr 2019, für die Nvidia damals 6,9 Milliarden US-Dollar zahlte.
Offizielle Stellungnahmen der beteiligten Unternehmen lagen zunächst nicht vor. Laut dem Bericht sollen Investoren von Groq jedoch zeitnah über die Vereinbarung informiert werden.
Groq: Fokus auf KI-Inferenz statt Training
Groq wurde von Jonathan Ross gegründet und hat sich auf sogenannte KI-Inferenzchips spezialisiert – also Prozessoren, die besonders effizient für den laufenden Betrieb von KI-Modellen ausgelegt sind. Damit positioniert sich das Unternehmen komplementär zu Nvidias dominanter Rolle bei Trainingschips für große KI-Modelle.
Erst im September hatte Groq in einer Finanzierungsrunde 750 Millionen US-Dollar eingesammelt. In diesem Zuge sprang die Unternehmensbewertung auf rund 6,9 Milliarden US-Dollar – mehr als eine Verdopplung gegenüber der vorherigen Bewertung. Der nun kolportierte Kaufpreis würde diesen Wert nochmals deutlich übertreffen.
Cloud-Geschäft offenbar nicht Teil des Deals
Bemerkenswert: Nach Angaben eines Investors, auf den sich CNBC beruft, soll Groqs junges Cloud-Geschäft nicht Bestandteil der Transaktion sein. Nvidia würde sich demnach gezielt die Chiptechnologie und das Entwicklerteam sichern, ohne direkt in den Cloud-Betrieb einzusteigen.
Diese Abgrenzung deutet darauf hin, dass Nvidia seine Rolle als Infrastruktur- und Plattformanbieter weiter schärfen will, ohne in direkte Konkurrenz zu Hyperscalern oder spezialisierten Cloud-Anbietern zu treten.
Strategisches Signal von Jensen Huang
Für Nvidia-Chef Jensen Huang wäre der Deal ein weiteres klares Signal an den Markt. Der Konzern untermauert damit seinen Anspruch, nicht nur Marktführer bei KI-Hardware zu bleiben, sondern auch neue Architekturen und Anwendungsfelder frühzeitig zu kontrollieren.
Sollte die Übernahme zustande kommen, würde Nvidia seine technologische Basis im rasant wachsenden KI-Sektor deutlich verbreitern – und zugleich den Wettbewerb um spezialisierte KI-Chips weiter verschärfen. Für Anleger und die Branche insgesamt wäre der Deal ein weiterer Beleg dafür, wie hoch der strategische Wert von KI-Hardware inzwischen angesetzt wird.


