Nvidia investiert Milliarden in Intel: Ein Hoffnungsschimmer für die Halbleiterindustrie?
Die Nachricht von Nvidias bahnbrechender Investition in Höhe von 5 Milliarden Dollar in Intel sorgte für großen Jubel unter den Anlegern. Die Aktien von Intel sprangen am Donnerstag beeindruckend um 30 Prozent nach oben. Dennoch bleibt die grundlegende Herausforderung für Intel bestehen: Die Wiederbelebung seines schwächelnden Auftragsfertigungsgeschäfts im Halbleiterbereich.
Im Rahmen dieser zukunftsweisenden Vereinbarung sicherte sich Nvidia einen Anteil von 4 Prozent an Intel und plant, dessen CPUs in seinen AI-Rechenzentrumssystemen einzusetzen. Gleichzeitig wird Intel Nvidias KI-Technologie in seine PC-Halbleiter integrieren. Interessanterweise blieb jedoch Intels Fertigungssparte, die von der US-Regierung und Investoren gleichermaßen beäugt wird, unberührt.
Diese Einheit verzeichnete erhebliche Verluste, da der KI-Boom den Chipmarkt grundlegend verändert hat. Intel, das traditionell seine eigenen Chips fertigt, öffnete 2021 seine Produktion auch für externe Kunden. Doch die hochgesteckten Ziele des ehemaligen CEOs Pat Gelsinger konnten bislang nicht erreicht werden.
Der Verlust von Intel Foundry Services stieg im Geschäftsjahr 2024 auf 13 Milliarden Dollar, inmitten eines dramatischen Aktienkursrückgangs um 60 Prozent im vergangenen Jahr. Gelsinger wurde im Dezember vom Aufsichtsrat abgesetzt. Die Zukunft von Intels Auftragsfertigung scheint ungewiss, so die Analysten der Wall Street.
Es gibt Überlegungen, diese Sparte zu verkaufen, wobei jedoch die Gefahr besteht, dass dadurch die Fertigungskosten für Intel steigen könnten. Analyst Angelo Zino von CFRA prognostiziert anhaltende Verluste bis mindestens 2027.
Trotz ihres Interesses an Intels Erfolg setzt Nvidia kurzfristig auf eine Partnerschaft mit TSMC, einem Konkurrenten von Intel, um neue Chips zu produzieren. Die US-Regierung hat bedeutende Interessen an Intels Produktionskapazitäten, insbesondere da viele fortschrittliche Chips weltweit von TSMC in Taiwan gefertigt werden.
Eine kürzliche Investition der US-Regierung in Intel unterstreicht die strategische Wichtigkeit des Unternehmens für die nationale Sicherheit. Dennoch erwartet Anshel Sag von Moor Insights & Strategy, dass Nvidia langfristig Nutzen aus einer möglichen Zusammenarbeit mit Intel Foundry Services ziehen könnte. Zino sieht die Vereinbarung als Stärkung von Intels Glaubwürdigkeit und mögliche Initialzündung für zukünftige Geschäftsmöglichkeiten mit Nvidia: "Es wäre denkbar, dass Nvidia irgendwann erste Aufträge an Intel vergibt."

