Nvidia beflügelt deutschen Halbleitersektor mit Milliardeninvestitionen
Der US-amerikanische Chipriese Nvidia hat mit der Ankündigung, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI zu investieren, für positive Stimmung im deutschen Halbleitersektor gesorgt. Diese gewaltige Kapitalspritze könnte einen erheblichen Schub in der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz bringen, was den Markt wie aus dem Schlaf gerissen zu haben scheint.
Infineon, der deutsche Chipkonzern, kletterte an der Spitze des DAX mit einem Aufschwung von 2,4 Prozent, auch wenn er unter der wichtigen 200-Tage-Linie verharrt. Im MDax ragte Aixtron als Favorit heraus und wurde unter Anlegern mit einem kräftigen Plus von 4,4 Prozent gefeiert. Siltronic im SDax sowie Zulieferer wie Suss Microtec und Elmos verzeichneten ebenfalls signifikante Kursgewinne.
Die Nvidia-Aktien, die bereits am Vortag einen neuen Höchststand von 184,55 Dollar erreicht hatten, wurden am Dienstag zur Gewinnmitnahme genutzt, nachdem sie ihren Wert in den vergangenen drei Jahren etwa verfünfzehnfacht hatten. Mit der Investition in OpenAI zielt Nvidia darauf ab, sich einen prominenten Platz in den künftigen Rechenzentren von ChatGPT zu sichern, einem Projekt, das seit November 2022 großen Anklang findet.
Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets sieht nun eine Beschleunigung bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz in verschiedenen Unternehmensbereichen. Die hohen Bewertungen an der Börse werden trotz wachsender Bedenken im Kontext mit Nvidias Strategie als positiv angesehen. Marktbeobachter Andreas Lipkow sieht ein technologisches Wettrüsten zwischen den USA und China, das über Einfluss und Infrastruktur entschieden wird.
In diesem Prozess könnten europäische Tech-Konzerne wie Infineon, SAP und ASML profitieren. ASML-Aktien verzeichneten einen Zuwachs von 1,1 Prozent, während SAP mit einem Plus von 0,7 Prozent ebenfalls auf Wachstumskurs war. Dagegen sorgte Nachrichten von ASM International für leichten Druck auf den Markt, als der Konzern anlässlich eines Kapitalmarkttages seine Prognose senkte. UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt jedoch optimistisch und sieht die Entwicklung als währungsbedingt an. Die Aktie verlor am Ende nur minimal um 0,1 Prozent.

