Novo Nordisk: Strategischer Umbau sorgt für Kostensenkungen und neue Prioritäten
Der dänische Pharmariese Novo Nordisk hat in den USA ein Team für Adipositas- und Diabetesbildung aufgelöst, um Kosten zu senken und sich im Wettbewerb gegen den Rivalen Eli Lilly besser zu positionieren. Diese Maßnahme stellt einen frühen Schritt im Rahmen einer umfassenderen Restrukturierung dar, die laut Ankündigungen des neuen CEO Maziar Mike Doustdar 9.000 Arbeitsplätze weltweit betreffen wird.
Das betroffene Team, intern als kardiometabolische Pädagogen bezeichnet, umfasste mehrere Hundert Mitarbeiter in der kommerziellen Abteilung des Unternehmens. Den betroffenen Angestellten wurde in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass ihre Positionen aufgelöst werden. Diese Entlassungen wurden bislang nicht öffentlich gemacht und sind ein Zeichen dafür, wie Doustdar die Geschäftstätigkeiten von Novo Nordisk einschränkt, nachdem das Unternehmen seine Marktführerschaft im Bereich der Gewichtsverlustmedikamente in den USA an Eli Lilly verloren hat.
Ein Unternehmenssprecher von Novo bestätigte den Abbau, machte jedoch keine konkreten Angaben zu den betroffenen Standorten oder Geschäftsbereichen. Er betonte, dass die Unterstützung der Beschäftigten höchste Priorität habe. Mit dieser Umstrukturierung konnte das Unternehmen die Anleger zunächst zufriedenstellen, was in einem Kursanstieg der Aktien resultierte, nachdem Novo Nordisk seit Mitte letzten Jahres, nach Gewinnwarnungen und einem Wechsel im Management, über 400 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren hatte.
Laut Angaben von anonymen Quellen wurde das Team letzten Freitag, zwei Tage nach der Ankündigung von weitreichenden Kürzungen, aufgelöst. Sie sind angewiesen, ihre Arbeit in diesem Monat einzustellen, werden jedoch bis Ende des Jahres weiterhin bezahlt. In der Pharmabranche ist es bei großen Unternehmen üblich, im Vorfeld einer Produkteinführung oder Etikettenerweiterung durch sogenannte Krankheitsbildungsmaßnahmen das Bewusstsein für medizinische Zustände zu schärfen. Novo hat sich nun entschieden, diesem Beispiel nicht mehr zu folgen, da auch Eli Lilly kein Bildungsteam mehr hat.

