Novartis stärkt Neurologie-Sparte durch milliardenschwere Übernahme
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis setzt seine Wachstumsstrategie im Bereich Neurologie fort und kündigte die Übernahme des US-Biotechunternehmens Avidity Biosciences an. Mit der Akquisition erhofft sich Novartis Zugang zu innovativen Therapien und ein erhebliches Wachstumspotenzial. Die Nachricht führte jedoch zu einem Rückgang der Novartis-Aktie, die um über 1 Prozent an der Schweizer Börse fiel und zu den schwächsten Performern im Leitindex SMI zählte. Analysten verweisen auf die kurzfristige Gewinnverwässerung durch den strategischen Zukauf als Grund für das Minus.
Zeitgleich sahen sich Investoren in den USA einem Kursanstieg der Avidity-Wertpapiere von über 40 Prozent entgegen, indem sie auf das langfristige Potenzial der Transaktion reagierten. Durch die Akquisition erweitert Novartis seine RNA-Therapieplattform um drei vielversprechende Entwicklungsprogramme für genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankungen, die sich in späten Entwicklungsphasen befinden. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Plans, Marktchancen in Milliardenhöhe zu erschließen.
Für die Übernahme ist Novartis bereit, rund 12 Milliarden US-Dollar in bar auszugeben. Außerdem plant Avidity, seine frühesten kardiologischen Programme in ein Spin-off auszugliedern. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Die Übernahme verspricht Novartis ein beschleunigtes jährliches Wachstum von 6 Prozent zwischen 2024 und 2029. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber den bisherigen Prognosen und bestätigt den strategischen Fokus auf innovative Technologien unter der Führung von CEO Vas Narasimhan.
Die Fusion, die von den Verwaltungsräten beider Unternehmen gebilligt wurde, bedarf noch der behördlichen Genehmigung sowie der Zustimmung der Avidity-Aktionäre, denen eine attraktive Prämie von 46 Prozent geboten wird. Bis zum Abschluss der Transaktion bleiben beide Firmen eigenständig. Avidity, mit Sitz in San Diego, hat sich auf Medikamente gegen seltene genetische Erkrankungen wie die Duchenne-Muskeldystrophie spezialisiert.

