Norddeutsche Coca-Cola-Standorte im Warnstreik: Gewerkschaft NGG erhöht den Druck
Im nördlichen Teil Deutschlands haben die Beschäftigten von Coca-Cola ihre Arbeit niedergelegt, um auf die schwierige Situation in den laufenden Tarifverhandlungen aufmerksam zu machen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Mitarbeitenden an den vier betroffenen Standorten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu einem 16-stündigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Abfüllbetriebe in Hildesheim, Lüneburg, Mölln sowie der Logistikstandort in Achim bei Bremen, wo auch eine zentrale Streikkundgebung mit rund 500 Teilnehmenden geplant ist.
Dieser Streik ist der Auftakt zu einer Reihe geplanter Arbeitsniederlegungen an allen Coca-Cola-Standorten in Deutschland. Die NGG möchte den Druck auf das Unternehmen vor der zweiten Tarifrunde erhöhen, denn bislang stießen ihre Forderungen auf taube Ohren. Sie verlangen eine rückwirkende Lohnerhöhung von fünf Prozent ab dem 1. September sowie einen zusätzlichen Sockelbetrag von 150 Euro. Im Gegensatz dazu plant das Unternehmen laut Gewerkschaft in diesem Jahr eine Nullrunde, gefolgt von einer Erhöhung um nur 1,5 Prozent im Jahr 2026.
Coca-Cola weist die Vorwürfe der Gewerkschaft entschieden zurück. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte, dass bereits im März dieses Jahres eine Lohnerhöhung um circa 3,5 Prozent bzw. 170 Euro pro Monat umgesetzt wurde. Zudem habe man in der ersten Verhandlungsrunde Anfang September ein "wirtschaftlich tragfähiges" Angebot präsentiert, welches auf früheren Abschlüssen basiere.
Die nächste Verhandlungsrunde ist am 10. November in Hamburg angesetzt. Doch die Gewerkschaft zeigt sich entschlossen: Sollte keine Einigung erzielt werden, droht sie mit einer Ausweitung der Streiks.

