Nordamerikanische Handelsgespräche: Neustart nach Steuer-Rückzieher
In einer unerwarteten Wende nehmen Kanada und die USA ihre Handelsgespräche wieder auf. Der kanadische Premierminister Mark Carney verkündete, dass Kanada die Einführung einer Digitalsteuer auf US-Technologieunternehmen zurückgezogen hat, um den Weg für ein neues, umfassendes Handelsabkommen zu ebnen. Diese Steuer hätte ursprünglich an diesem Montag in Kraft treten sollen, wurde jedoch angesichts der strategischen Bedeutung der USA als Kanadas wichtigster Handelspartner zurückgenommen.
Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Kevin Hassett, bestätigte die Wiederaufnahme der Verhandlungen und signalisiert damit eine Entspannung der jüngst angespannten Handelsbeziehungen. Beim G7-Gipfel hatte Trump auf den Verzicht der Steuermaßnahme gedrängt, die seiner Ansicht nach einem „direkten Angriff“ auf die USA gleichkam. Dies führte dazu, dass Trump vergangene Woche noch alle Handelsgespräche mit Kanada aufgekündigt hatte und neue Zölle in den Raum stellte.
Nun jedoch haben Carney und Trump vereinbart, die Verhandlungen mit dem Ziel wieder aufzunehmen, bis zum 21. Juli 2025 eine Einigung zu erzielen. Die Entscheidung sorgt für Aufwind in der Aussicht auf eine verbesserte Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehung zwischen beiden Ländern. Kanadas Finanzminister François-Philippe Champagne hofft, dass durch die Aufhebung der Steuer entscheidende Fortschritte erzielt werden können. Die geplante Digitalsteuer zielte ursprünglich darauf ab, die Gewinne digitaler Unternehmen in Kanada angemessen zu besteuern, diese wurden jedoch nun erst einmal zurückgestellt, um die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nicht weiter zu belasten.

