Nike unter Druck: Herausforderungen in China und Zölle belasten

Nike, der US-amerikanische Sportartikelriese, erlebt derzeit turbulente Zeiten auf seinem Weg aus der Krise. Trotz insgesamt besserer Geschäftszahlen als erwartet, stößt der Konzern unter der Führung von CEO Elliott Hill an entscheidenden Wachstumsmarken auf Hindernisse. Besonders der chinesische Markt und die Marke Converse bereiten dem Unternehmen weiterhin Schwierigkeiten.
Die Bemühungen von Hill, Nike nach einigen enttäuschenden Jahren zurück an die Spitze zu führen, treffen auf Geduldslosigkeit der Aktionäre. Im vorbörslichen Handel fiel die Aktie um über zehn Prozent und verstärkte den Abwärtstrend seit Jahresbeginn. Im Vergleich zu Höchstständen vor vier Jahren, als die Aktie etwa 179 Dollar erreichte, sind die aktuellen Kurse von unter 60 Dollar ernüchternd. Auch die Aktien deutscher Wettbewerber wie Adidas und Puma gerieten ins Rutschen, konnten jedoch bis zum Handelsende Verluste teilweise kompensieren.
Nike hat in den letzten Jahren stark auf Direktvertrieb gesetzt, was zu einem Verlust von Einzelhandelsflächen im wichtigen US-Martkt führte. Nun bemüht sich das Unternehmen um die Wiederherstellung der Beziehungen zu seinen Handelspartnern. Erfreulich sind jedoch die Steigerungen im Gesamtumsatz, der im letzten Quartal um ein Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar zulegte – entgegen den pessimistischeren Erwartungen der Analysten.
Trotzdem bleiben Probleme bestehen: In China sanken die Umsätze um 17 Prozent, während Converse gar einen Rückgang von 30 Prozent verzeichnete. Zusätzlich beeinflussen die von Donald Trump eingeführten US-Zölle die Profitabilität erheblich. Die Bruttomarge fiel um drei Prozentpunkte auf 40,6 Prozent, wofür Nike hauptsächlich die Einfuhrzölle in Nordamerika verantwortlich macht. Letztlich führte dies in Verbindung mit erhöhten Marketinginvestitionen zu einem Einbruch des Nettogewinns um fast ein Drittel auf 792 Millionen Dollar.

