Neues Erbschaftssteuer-Konzept der SPD: Reform oder Risiko?
In einer engagierten Debatte um die künftige Gestaltung der Erbschaftssteuer zeigen sich die Fronten zwischen der SPD, der Union und der Wirtschaft schärfer denn je. Trotz der vehementen Ablehnung von Seiten der Politik und der Wirtschaft setzt die SPD auf ihren Vorschlag zur Reform der Erbschaftssteuer und betont die Vorteile ihres Konzepts. Wiebke Esdar, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, kritisierte die Darstellung der Kritiker und bekräftigte, dass ihre Pläne die Besteuerung in den meisten Erbfällen senken würden. Der Widerstand von CDU/CSU und Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft ließ nicht lange auf sich warten. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, äußerte deutliche Bedenken gegenüber den steuerlichen Plänen der SPD und warnte vor den negativen Signalen, die davon ausgehen könnten. Er sieht hierin einen falschen Ansatz, gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Besonders der Erhalt von Betrieben liegt der Union am Herzen. Mathias Middelberg, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, äußerte klare Vorbehalte gegenüber den Vorstellungen der SPD. Es gehe darum, Familienunternehmen zu schützen, die durch erhöhte Steuern im Wettbewerb mit großen Aktiengesellschaften benachteiligt würden. Esdar konterte, dass ein Großteil der kleineren und mittelständischen Betriebe von der geplanten Steuer überhaupt nicht betroffen sein würde, da ihr Wert den vorgeschlagenen Freibetrag nicht überschreite. Sie betonte, dass die SPD es ermögliche, große Erbschaften gestaffelt über 20 Jahre hinweg zu versteuern, um Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland zu fördern. Das SPD-Konzept sieht vor, dass künftig jeder Mensch bis zu einer Million Euro im Laufe seines Lebens steuerfrei erben kann. Für Unternehmensvererbung wird ein neuer Freibetrag von fünf Millionen Euro vorgeschlagen. Die Möglichkeit der Steuerstundung soll über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren gestreckt werden können, wobei bestehende Verschonungsregeln abgeschafft würden. Der Plan der SPD zielt darauf ab, die Last auf besonders große Vermögensübertragungen zu legen, während kleinere und mittlere Betriebe entlastet werden sollen.

