Jahresbilanz

Deutsche Bank: Rekordgewinn und Aufklärung nach Razzia

29. Januar 2026, 11:51 Uhr · Quelle: dpa
Deutsche Bank - Jahreszahlen 2025
Foto: Florian Wiegand/dpa
Verspricht nach der Razzia Aufklärung, will sich davon aber nicht bremsen lassen: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing.
Deutschlands größtes Geldhaus hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Getrübt wird der Geschäftserfolg durch neuerliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bank will sich ihre Rekordbilanz 2025 nicht von erneuten Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts verderben lassen. «Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen», betonte Konzernchef Christian Sewing in einem Schreiben an die Belegschaft. Der Manager sieht Deutschlands größtes Geldhaus «auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden».

Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte der Frankfurter Dax-Konzern im vergangenen Jahr das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro.

Razzia und Ermittlungen 

Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen nicht näher benannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen die Zentrale der Deutschen Bank in der Frankfurter City sowie Geschäftsräume in Berlin.

Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben. 

Sewing verspricht Aufklärung

«Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige», sagte Sewing. «Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt.»

Sewing versicherte: «Selbstverständlich arbeiten wir vollumfänglich mit den Behörden zusammen.» Eingehender wollte sich der Manager auch auf mehrfache Nachfrage nicht zu dem Thema äußern: «Die Untersuchungen laufen jetzt, damit setzen wir uns auseinander. Wir kooperieren, mehr gibt es nicht dazu zu sagen.»

Immer wieder Ärger wegen Geldwäscheverdachts

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.

Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abgegeben zu haben, haben der Deutschen Bank schon mehrfach Ärger mit Justiz und Aufsicht eingebrockt. Das Institut bekam Bußgelder aufgebrummt, die Finanzaufsicht Bafin ließ über Jahre bis Ende 2024 einen Sonderaufpasser überwachen, welche Fortschritte die Bank bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung macht.

Sewing betonte, die Bank habe in den vergangenen zehn Jahren «enorm» in ihre Kontrollen investiert. Es gebe aber keine Garantie, dass nicht doch mal Fehler passierten.

Alle Sparten liefern - eine besonders

Den Löwenanteil seines Gewinns verdankte das Geldhaus auch 2025 der hauseigenen Investmentbank: Diese steigerte ihr Vorsteuerergebnis um ein Fünftel auf gut vier Milliarden Euro. Aber auch die Unternehmensbank und die Privatkundenbank samt Postbank und Norisbank konnten ihr Ergebnis zum Vorjahr kräftig steigern. Ein Rekordergebnis lieferte die Fondstochter DWS ab.

Im Gesamtjahr 2024 hatte die Deutsche Bank vor Steuern knapp 5,3 Milliarden Euro verdient, der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss lag bei rund 2,7 Milliarden Euro. Ursächlich für den damaligen Gewinnrückgang war vor allem die Entschädigung früherer Postbank-Aktionäre.

Vorstand schraubt Geschäftsziele nach oben

Für die nächsten Jahre hat der Vorstand die Ziele bereits nach oben gesetzt: Deutlich höhere Erträge und weitere Einsparungen sollen die Eigenkapitalrendite bis zum Jahr 2028 auf mehr als 13 Prozent hieven. Den für 2025 angepeilten Wert von über 10 Prozent hat die Bank mit 10,3 Prozent erreicht.

Für 2026 hat sich die Bank zudem höhere Einnahmen vorgenommen: Nachdem die Erträge im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro stiegen, sollen sie nun auf etwa 33 Milliarden Euro zulegen. Allerdings dürften auch die Kosten wegen hoher Investitionen leicht steigen.

Sewing hatte die Führung des größten deutschen Geldhauses im Jahr 2018 in einer langen und tiefen Krise übernommen. Mit dem Abbau Tausender Stellen und einer starken Verkleinerung der hauseigenen Investmentbank brachte er den Dax-Konzern wieder auf Gewinn- und Wachstumskurs. 2025 war das sechste Jahr in Folge, das die Deutsche Bank mit Gewinn abgeschlossen hat.

Bank / Jahreszahlen / Deutschland / Hessen / Deutsche Bank / Geldwäsche / Ermittlungen
29.01.2026 · 11:51 Uhr
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