Neuer Zwischenfall in Gazastreifen: Tote bei humanitären Bemühungen
Im Südteil des Gazastreifens, unweit der Stadt Rafah, hat ein erneuter Zwischenfall in der Nähe eines Verteilzentrums für humanitäre Hilfe mindestens zehn Menschenleben gefordert, berichten palästinensische Stellen. Etwa 70 weitere Personen wurden verletzt. Diese Informationen stammen aus medizinischen Kreisen der Gesundheitsbehörde, welche unter der Führung der islamistischen Hamas steht.
Seitens der israelischen Armee blieb eine detaillierte Stellungnahme zu diesem Vorfall zunächst aus; ein Sprecher verkündete, dass die Berichte derzeit geprüft würden. Für die Logistik und Verteilung humanitärer Hilfe ist insbesondere die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF) verantwortlich. Diese nahm im vergangenen Mai, nach langer Blockade, ihre Tätigkeit auf.
Unterstützt von Israel und den USA, steht die GHF unter Beobachtung der UNO, die vor allem die unzureichende Anzahl der Verteilzentren und die damit einhergehenden Risiken auf dem Weg zu diesen bemängelt. Bereits in der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Vorfällen in der Nähe der Zentren. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit der Öffnung der GHF im Mai 798 Menschen im Kontext von Hilfsverteilungen getötet, davon 615 in direkter Nähe zu den Stationen der Organisation, wie UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani aus Genf berichtete.

