Neue Vorwürfe erschüttern McDonald's: Unzureichende Reformen trotz Versprechen?
Während McDonald's UK-Chef Alistair Macrow umfassende Reformen verspricht, mehren sich die Berichte über Belästigung und Missbrauch von Mitarbeitern landesweit.
Ein Jahr nachdem McDonald's gelobte, seine Unternehmenskultur zu transformieren, melden Angestellte weiterhin Vorfälle unangemessenen Verhaltens durch Vorgesetzte und ein toxisches Arbeitsumfeld.
Der 19-jährige, ehemalige Mitarbeiter Matt aus den Midlands beschreibt seine Zeit bei McDonald's als "traumatisierend". Er habe Manager erlebt, die andere Angestellte unangemessen berührten und rassistische Äußerungen machten. Einige Kollegen seien aus Angst vor schlimmen Erlebnissen nur ungern zur Arbeit gekommen. Matt verließ die Anstellung im Mai, enttäuscht von den ausgebliebenen kulturellen Veränderungen.
In Südwestschottland berichtet der Angestellte Alan von fortwährendem homophobem Missbrauch durch Kollegen. Diese seien nicht bloß auf Kommentare beschränkt gewesen, sondern hätten demütigende Beleidigungen umfasst. Seine Beschwerden bei der Führungsetage wurden mit der Aussage abgetan, es handle sich um "bloße Scherze".
Über 700 jetzige und ehemalige Mitarbeiter leiten rechtliche Schritte gegen McDonald's ein und werfen dem Unternehmen vor, sie nicht ausreichend geschützt zu haben.
Claire, eine ebenfalls aus den Midlands stammende Ex-Angestellte, erzählte, dass sie im Alter von 17 von einem Schichtleiter in den 30ern um Sex für extra Schichten gebeten wurde. "Ich fühlte mich gefangen. Ich brauchte die Stunden, aber solches Verhalten konnte ich nicht hinnehmen", berichtete sie.
Die BBC-Recherche deckte zudem weitere Belästigungsfälle auf. Im Osten Englands erhielt eine 20-jährige Mitarbeiterin explizite Bilder von ihrem Vorgesetzten, bevor sie im August letzten Jahres kündigte.
Die Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission (EHRC) verzeichnete seit der ersten BBC-Untersuchung 300 Belästigungsfälle und prüft nun ihre rechtlich bindende Vereinbarung mit McDonald's, um Schutzmaßnahmen zu verstärken.
McDonald's betont, erhebliche Schritte zur Lösung dieser Herausforderungen unternommen zu haben. "Wir haben eine spezialisierte Untersuchungseinheit eingerichtet und mehrere Kanäle geschaffen, über die Mitarbeiter Anliegen vertraulich melden können", erklärte eine Unternehmenssprecherin.
Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf eine aktuelle Umfrage, die zeige, dass 92 % der Mitarbeiter sich wohl fühlten, Probleme anzusprechen und Vertrauen in das Management hätten.
Doch Kritiker bemängeln die Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Der ehemalige Filialleiter Elliott meinte, dass Prüfungen externer Gutachter manipuliert wurden, um ein falsches Bild zu vermitteln. "Es wurden ausgewählte Mitarbeiter geschult, Antworten zu geben. Alles war inszeniert", behauptete er.

