Neue Hürden für H-1B-Visaprogramm: US-Technologieriesen unter Druck
Präsident Donald Trump hat eine neue Regel für H-1B-Visa verkündet, die Unternehmen eine Gebühr von 100.000 Dollar pro ausländischem Arbeitnehmer auferlegt. Dies wirft Fragen über die Auswirkungen dieser Maßnahme auf große Technologieunternehmen und die "Magischen 7" an der Börse auf.
Historisch gesehen haben sich größere Technologieunternehmen auf kostengünstigere und dennoch hochqualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern wie Indien und China verlassen, die zusammengenommen den Großteil der genehmigten ausländischen Arbeitnehmer 2024 ausmachen. Die Einführung dieser neuen Gebühr könnte erhebliche Auswirkungen auf die operativen Geschäfte, Finanzen und Aktienkurse der betroffenen Unternehmen haben.
Gemessen am S&P 500 Information Technology Index, der 2026 um 19,75% gestiegen ist, übertrifft der Technologiesektor den allgemeinen S&P 500 Index. Da die Mehrheit der H-1B-Arbeitskräfte in der Technologiebranche beschäftigt ist, wird diese Regel voraussichtlich dort am stärksten zu spüren sein.
Zu den wesentlichen Neuerungen der Regelung zählen die Einführung einer pauschalen Gebühr pro H-1B-Petition, höhere Lohnstandards und eine verschärfte Prüfung, um den Missbrauch des Visasystems zu verhindern. Dies könnte das H-1B-Visum zu einem „Luxusarbeitserlaubnisschein“ machen, zugänglich nur für die wohlhabendsten Unternehmen und Arbeitnehmer.
Xiao Wang, CEO von Boundless, warnt, dass solche Maßnahmen das Ansehen der USA als globalen Innovationsführer gefährden könnten, indem sie es schwerer machen, talentierte Fachkräfte anzuziehen. Rich Pleeth von Finmile betont die bisherigen Vorteile der USA durch den Zuzug von Spitzentalenten aus der ganzen Welt und stellt fest, dass Städte im Vereinigten Königreich zunehmend attraktiv werden könnten.
Obwohl die langfristigen Auswirkungen auf die Aktienmärkte noch unklar sind, schafft diese Regel kurzfristige Unsicherheit. Analysten erwarten, dass die Tech-Giganten die ersten Auswirkungen spüren werden, aber mittelfristig auch Startups betroffen sein könnten, insbesondere im Hinblick auf ihre Finanzierungsstruktur und Arbeitskräftestrategie.
Laut Josh Pantony von Boostd.ai wird der Brain Drain aus Ländern wie China und Indien zurückgegangen, was den USA langfristig schaden könnte. Diese Umkehr in der Talentgewinnung könnte den westlichen Unternehmen generell Herausforderungen bieten.

